<?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?>

<rss version="2.0" 
   xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#"
   xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/"
   xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
   xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
   xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
   xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
   >
<channel>
    <title>Villa Regenbogen</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/</link>
    <description>Infos über homosexuelles Leben</description>
    <dc:language>de</dc:language>
    <generator>Serendipity 1.1 - http://www.s9y.org/</generator>
    
    

<item>
    <title>Urteil des Verwaltungsgerichts München</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/47-Urteil-des-Verwaltungsgerichts-Muenchen.html</link>
            <category>Der Alltag</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/47-Urteil-des-Verwaltungsgerichts-Muenchen.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=47</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=47</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Das Verwaltungsgericht München hat dem Kläger Maruko Recht gegeben.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Der Anfang 2005 verstorbene Lebenspartner des Klägers Maruko war bei der „Versorgungsanstalt der Deutschen Bühnen“ versichert. Diese gewährt hinterbliebenen Ehegatten ihrer Versicherten eine Hinterbliebenenrente. Die Versorgungsanstalt hat sich geweigert, dem Kläger Maruko dieselbe Hinterbliebenenrente zu zahlen. Dagegen hat der Kläger das Verwaltungsgericht München angerufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verwaltungsgericht hat den Rechtsstreit mit Beschluss vom 01.06.2006 dem Europäischen Gerichtshof zur Vorabentscheidung der Rechtsfrage vorgelegt, ob die Verweigerung der Hinterbliebenenrente eine durch die EU-Gleichbehandlungsrichtlinie 2000/78/EG verbotene Diskriminierung wegen der sexuellen Ausrichtung des Klägers Maruko darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat der EuGH durch Urteil vom 01.04.2008 (C-267/06) für den Fall bejaht, dass sich der Kläger hinsichtlich der Hinterbliebenenrente in einer Lage befindet, die mit der hinterbliebener Ehegatten vergleichbar ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage hat das Verwaltungsgericht München jetzt mit Urteil vom 30.10.2008 – Az. M 12 K 08.1484 – bejaht. Das Urteil wird am 14.12.2008 rechtskräftig, sofern die Gegenseite nicht wider Erwarten beim Verwaltungsgerichtshof  München Berufung einlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr könnt das Urteil des Verwaltungsgerichts München und das vorangegangene Urteil des Europäischen Gerichtshofs auf unserer Webseite herunterladen, siehe http://www.lsvd.de/211.0.html#c4668 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Urteil ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil das Bundesverwaltungsgericht und die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts versucht hatten, die Umsetzung des Urteils des EuGH in der Rechtssache Maruko zu verhindern. Zu diesem Zweck hatten sie nicht die Lage der Lebenspartner und Ehegatten im Hinblick auf das jeweils streitige Entgelt verglichen, sondern die Rechtsinstitute Lebenspartnerschaft und Ehe als solche. Da Lebenspartner aber im Vergleich zu Ehegatten noch immer in einigen Bereichen diskriminiert werden, hatten das Bundesverwaltungsgericht und die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts die Auffassung vertreten, dass Lebenspartnerschaften und Ehen nicht vergleichbar seien. Sie haben also die Benachteiligung der Kläger jeweils mit ihrer Diskriminierung in weiteren Lebensbereichen gerechtfertigt, weil sie verhindern wollten, dass Lebenspartner als gleichwertige Staatsbürger anerkannt werden. Das Verwaltungsgericht München hat dieses Auslegungskunststück nicht mitgemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Lesben und Schwule haben sich gegen ihre Benachteiligung beim Arbeitsentgelt (Familienzuschlag, Beihilfe, Hinterbliebenenpension, betriebliche Hinterbliebenenrenten) gewehrt. Ich empfehle allen, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen sind, dringend, Abschriften des neuen Urteils des Verwaltungsgerichts München den Stellen zu übersenden, bei denen die Verfahren anhängig sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manfred Bruns&lt;br /&gt;
Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland &lt;br /&gt;
Newsletter des lsvd.de 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 16 Nov 2008 08:54:57 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/47-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Erbschaftsteuerreform für Lebenspartner</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/46-Erbschaftsteuerreform-fuer-Lebenspartner.html</link>
            <category>Der Alltag</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/46-Erbschaftsteuerreform-fuer-Lebenspartner.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=46</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=46</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Was bringt die Erbschaftsteuerreform für Lebenspartner?&lt;br /&gt;
Die Berichte in den Medien über die Erbschaftsteuerreform haben offenbar große Verwirrung angerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebenspartner sollen im neuen Erbschaftsteuerrecht völlig mit Ehegatten gleichgestellt werden. Das gilt insbesondere für die Freibeträge. Lebenspartner werden wie Ehegatten einen allgemeinen Freibetrag von 500.000 € und den Versorgungsfreibetrag von 256.000 € erhalten. Bisher belief sich der allgemeine Freibetrag für Ehegatten auf 307.000 € und für Lebenspartner auf 5.200 €. Den Versorgungsfreibetrag erhielten nur Ehegatten. Zusätzlich bleiben die selbstgenutzte Eigentumswohnung oder das selbstgenutzte Eigenheim steuerfrei, wenn der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner die Wohnung weiter bewohnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Steuersätzen sollen die Lebenspartner aber weiter wie Fremde behandelt werden. Ehegatten fallen in die Steuerklasse I (Erbschaftsteuer 7 bis 30 %) und Lebenspartner  weiterhin in die Steuerklasse III für Fremde (Erbschaftsteuer 30 bis 50 %). Auf die Beibehaltung dieser Diskriminierung hat die CDU/CSU bestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die höheren Steuersätze treffen zwar nur noch vermögende Lebenspartner. Aber wir fragen uns:  Wie verqueer geht es in den Hirnen von Politikern zu, die solche „Restdiskriminierungen“ für erforderlich halten, um den besonderen Wert von Ehe und Familie zu unterstreichen? Wir dadurch das „Christliche Abendland“ wirklich gerettet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits sind wir den Politikern der SPD und der CDU/CSU dankbar für das große Verständnis, dass sie bei unseren Gesprächen für die Lage der Lebenspartner gezeigt haben, die nach der bisherigen Rechtslage nach dem Tod ihrer Partner auch den Verlust eines großen Teils ihrer Alterssicherung befürchten mussten. Die SPD hat unser Anliegen sehr unterstützt und auch die CDU/CSU hat sich in dieser Hinsicht ein großes Stück bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
V.i.S.d.P.:&lt;br /&gt;
Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) e.V.&lt;br /&gt;
Manfred Bruns, Sprecher des LSVD 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 09 Nov 2008 16:03:11 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/46-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>EuGH stärkt Rechte von Lebenspartnerschaften</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/45-EuGH-staerkt-Rechte-von-Lebenspartnerschaften.html</link>
            <category>Das LPartG</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/45-EuGH-staerkt-Rechte-von-Lebenspartnerschaften.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=45</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=45</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;EuGH stärkt Rechte von Lebenspartnerschaften / Was bedeutet das Urteil? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Benachteiligung von verpartnerten Beschäftigten gegen die EU-Gleichstellungsrichtlinie 2000/78/EG verstößt. Danach müssen Lesben und Schwule in Lebenspartnerschaften dasselbe Arbeitsentgelt erhalten wie ihre verheirateten Kolleginnen und Kollegen, wenn sie sich „in einer vergleichbaren Lage“ befinden. Entscheidend ist insoweit nicht die generelle Vergleichbarkeit von Ehe und Lebenspartnerschaft, sondern die vergleichbare Lage von Ehegatten und LebenspartnerInnen im Hinblick auf die Funktion des streitigen „Arbeitsentgelts“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichstellung beim Arbeitsentgelt – was bedeutet das?&lt;br /&gt;
Unter den Begriff &quot;Arbeitsentgelt&quot; fallen alle Leistungen, die Arbeitgeber und Dienstherren ihren Beschäftigten gewähren wie Orts- und Familienzuschlag, Beihilfe, betriebliche Hinterbliebenenrenten, Sterbegeld und Hinterbliebenenpensionen, siehe auch http://www.lsvd.de/194.0.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Leistungen knüpfen an die gegenseitige Unterhaltspflicht von Ehegatten an oder haben Unterhaltsersatzfunktion. Da die gegenseitigen Unterhaltsverpflichtungen von LebenspartnerInnen völlig mit denen von Ehegatten übereinstimmen, befinden sich verpartnerte Beschäftigte in derselben Lage wie ihre verheirateten KollegInnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konsequenzen für die Rechtsprechung&lt;br /&gt;
Die deutschen Gerichte dürfen in Zukunft Rechtsvorschriften nicht mehr anwenden, die eine Ungleichstellung begründen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichstellung von Beamtinnen und Beamten Auf das Urteil können sich alle Beschäftigte berufen, also auch verpartnerte Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter sowie Soldatinnen und Soldaten. Hier sind Bund und Länder gefordert, die Gesetzeslage anzupassen.&lt;br /&gt;
Aktuell betrifft das beispielsweise den Entwurf des Dienstrechtneuordnungsgesetzes, in dem auf Drängen der CDU/CSU verpartnerte Beamte noch wie Ledige behandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geltung&lt;br /&gt;
Der EuGH hat die zeitliche Wirkung seines Urteils nicht beschränkt. Deshalb gelten diese Grundsätze ab dem Ablauf der Umsetzungsfrist der Richtlinie 2000/78/EG, das ist der 03.12.2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was können Betroffene tun?&lt;br /&gt;
Betroffene sollten ihre Dienstherren anschreiben oder in bereits laufenden Verfahren die Widerspruchsbehörde oder das Gericht auf das Urteil des EuGH in der Vorlegungssache Maruko hinweisen und beantragen, das Verfahren fortzuführen. Mustertexte unter: http://www.lsvd.de/905.0.html sowie&lt;br /&gt;
www.lsvd.de/902.0.html#c4731&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie verbindlich ist die Entscheidung des EuGH?&lt;br /&gt;
Da Europarecht Bundesrecht „bricht“, ist das Urteil des EuGH für alle deutschen Gerichte verbindlich. Streit kann es jetzt nur noch über die Frage geben, ob sich LebenspartnerInnen hinsichtlich des streitigen Arbeitsentgelts in einer vergleichbaren Lage befinden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Was fehlt? &lt;br /&gt;
Die Entscheidung des EuGH gilt für den Bereich Beschäftigung und Beruf, die Gleichstellung im Bereich Erbschafts- und Einkommenssteuerrecht steht noch aus. Streitig ist auch noch, ob die Entscheidung auch für die Hinterbliebenrenten der berufsständischen Versorgungswerke der freien Berufe gilt.&lt;br /&gt;
--&lt;br /&gt;
Quelle: LSVD Newsletter - lsvd.de 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 02 Apr 2008 17:21:20 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/45-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>LSVD zur Aktuellen Situation der Lebenspartnerschaften</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/44-LSVD-zur-Aktuellen-Situation-der-Lebenspartnerschaften.html</link>
            <category>Das LPartG</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/44-LSVD-zur-Aktuellen-Situation-der-Lebenspartnerschaften.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=44</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=44</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Stand: Januar 2008&lt;br /&gt;
Lebenspartner sind in den vergangenen Jahren in immer mehr Bereichen mit Ehegatten gleichgestellt worden: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begründung der Lebenspartnerschaft:&lt;br /&gt;
In den Ländern Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sind für die Begründung der Lebenspartnerschaft die Standesämter zuständig. Mit dem Inkrafttreten des neuen Personenstandsgesetzes am 01.01.2009 werden diese Länder ihre Landesausführungsgesetze aufheben.&lt;br /&gt;
In den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen sind unterschiedliche Behörden für die Begründung der Lebenspartnerschaft zustänig. Soweit danach die Gemeinden oder kreisfreien Städte zuständig sind, haben diese damit meistens ihre Standesbeamten beauftragt. Ob diese Länder ihre Landesausführungsgesetze ebenfalls aufheben werden, ist noch nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilrecht:&lt;br /&gt;
Die Lebenspartnerschaft ist inzwischen völlig an die Ehe angeglichen worden. Es gibt nur noch geringfügige Unterschiede&lt;br /&gt;
- bei der Aufhebung der Lebenspartnerschaft und&lt;br /&gt;
- bei der Zwangvollstreckung (letzter Rang bei Mangelfällen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sozialversicherung:&lt;br /&gt;
Lebenspartner sind inzwischen in allen wesentlichen Bereichen mit Ehegatten gleichgestellt worden. Das betrifft vor allem die Kranken- und Pflegeversicherung und die Rentenversicherung (Hinterbliebenenrente). Es gibt nur noch geringfügige Unterschiede bei Einzelfragen.&lt;br /&gt;
Noch keine Gleichstellung gibt es bei den Hinterbliebenrenten der meisten Berufsständischen Versorgungswerken der Freien Berufe. Hier hoffen wir auf eine Verfassungsbschwerde, die beim Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts anhängig ist. Der Erste Senat hat inzwischen die Verfassungsorgane zur Stellungnahmen aufgefordert und dadurch zu erkennen gegeben, dass er die Verrfasungsbschwerden nicht als aussichtslos ansieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sozialrecht:&lt;br /&gt;
Im Sozialrecht sind Lebenspartner mit Ehegatten gleichgestellt, ausgenommen beim BAföG und beim Wohngeld. &lt;br /&gt;
Beim BAföG wirkt sich das für deutsche Lebenspartner günstig aus, weil das Einkommen ihrer Partner nicht angerechnet werden kann. Für ausländische Lebenspartner aus Drittstaaten wirkt sich die mangelnde Gleichstellung dagegen negativ aus. Sie erhalten kein BAföG. &lt;br /&gt;
Beim Wohngeld hat die mangelnde ausdrückliche Gleichstellung keine praktischen Konsequenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausländer- und Staatsangehörigkeitsrecht:&lt;br /&gt;
Hier werden Lebenspartner - mit geringfügigen Ausnahmen - wie Ehegatten behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsrecht: &lt;br /&gt;
Im Arbeitsleben werden verpartnerte Arbeitnehmer durchweg wie ihre verheirateten Kollegen behandelt. Probleme gibt es gelegentlich noch bei den Betriebsrenten. Das gilt auch für die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes durch die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL). Hier hat der Bundesgerichtshof eine Gleichstellung abgelehnt. Dagegen ist eine Verfassungsbeschwerde beim Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts anhängig. Der Erste Senat hat inzwischen die Verfassungsorgane und die Verbände zur Stellungnahme aufgefordert und dadurch zu erkennen gegeben, dass er die Verrfasungsbschwerden nicht als aussichtslos ansieht.&lt;br /&gt;
Außerdem hoffen wir insoweit auf den Europäischen Gerichtshof. Der Generalanwalt hat in der Vorlegungssache Maruko bereits in unserem Sinne plädiert. Mit dem Urteil des EuGH wird in Kürze gerechnet, spätestens im Sommer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beamtenrecht:&lt;br /&gt;
Für das Beamtenrecht sind aufgrund der Förderalismusreform nun insgesamt die Bundesländer zuständig. Die Situation ist entsprechend unübersichtlich. Die Beihilfe war schon bisher nicht einheitlich geregelt. Die Länder Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben ihre verpartnerten Beamten und Richter bei der Beihilfe mit ihren verheiraten Kollegen gleichgestellt. In den übrigen Bundesländern steht die Gleichstellung noch aus. Als erstes Bundesland hat Bremen durch Gesetz vom 23.10.2007 (GBl Bremen S. 480) seine verpartnerten Beamten auch beim Familienzuschlag und der Hinterbliebenversorgung mit seinen verheirateten Beamten gleichstellt. Das Gesetz ist am 01.12.2007 in Kraft getreten. In den übrigen Bundesländern und im Bund steht die Gleichstellung noch aus. Hinsichtlich der Gleichstellung bei den Reise- und Umzugskosten, beim Trennungsgeld, beim Sonderurlaub und im Laufbahnrecht siehe die Übersicht &quot;Stand der Gleichstellung von verpartnerten Beamten mit ihren verheirateten Kollegen&quot; in unserem Ratgeber zum Lebenspartnerschaftsrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steuern:&lt;br /&gt;
Im Steuerrecht werden Lebenspartner nach wie vor wie Ledige behandelt. Das soll sich jetzt im Erbschaftsteuerrecht ändern. Nach dem Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts sollen Lebenspartner in allen Punkten mit Ehegatten gleichgestellt werden ausgenommen die Steuersätze. Danach wird ein hinterbliebener Lebenspartner das üblicherweise für die Altersvorsorge angesparte Vermögen (Haus oder Eigentumswohnung und Altersvorsorgerenten) steuerfrei erben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landesrecht:&lt;br /&gt;
Die Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben Lebenspartner in ihrem gesamten Landesrecht mit Ehegatten gleichgestellt, Bremen auch im Beamtenrtecht (Familienzuschlag, Beihilfe und Hinterbliebenenpension), die anderen in diesen Bereichen noch nicht.&lt;br /&gt;
In den anderen 10 Bundesländern sind Lebenspartner nur in solchen Bereichen mit Ehegatten gleichgestellt worden, die für sie belastend sind (Melderecht, Sicherheitsübverprüfuzngen, Totensorge usw.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GEZ:&lt;br /&gt;
Die Rundfunk- und Fernsehgebühren sind im Rundfunkstaatsvertrags der Bundesländer geregelt. Dort sind Lebenspartnern noch nicht mit Ehegatten gleichgestellt worden. Lebenspartner müssen deshalb für ein Autoradio im PKW des Partners, der nicht bei der GEZ angemeldet ist, zusätzlich Rundfunkgebühren zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: http://www.lsvd.de/230.0.html 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 24 Mar 2008 17:23:37 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/44-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>The L Word – Wenn Frauen Frauen lieben</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/43-The-L-Word-Wenn-Frauen-Frauen-lieben.html</link>
            <category>Die Medien</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/43-The-L-Word-Wenn-Frauen-Frauen-lieben.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=43</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=43</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Die Serie, die ganz locker jetzt schon einen Kult-Status erreicht hat. &quot;The L Word&quot; dreht sich um Leben und Lieben einer Clique von lesbischen, bisexuellen, heterosexuellen und transsexuellen Freundinnen im Nobelviertel West Hollywood in Los Angeles und behandelt Themen wie lesbische Elternschaft, künstliche Befruchtung, Coming Out, Bi- und Transsexualität, aber auch Drogenmissbrauch, Abtreibung, Rassismus, Extremismus und Brustkrebs. &quot;The L Word&quot; ist eine vom US-amerikanischen Pay-TV-Sender Showtime ausgestrahlte Fernsehserie. Laut Showtime geht die Serie Anfang 2009 in eine sechste Staffel. Die sechste und somit letzte Season soll nur noch acht statt wie bislang 12 bis 13 Folgen umfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Clique besteht aus einem mehr oder weniger festen Kern. Da wäre Bette Porter (Jennifer Beals), die Museumsdirektorin mit viel Geld und wenig Mut ihren Gefühlen freien lauf zu lassen. Kit Porter (Pam Grier) eine tolle Sängerin und durch einen glücklichen Zufall Besitzerin des &quot;The Planet&quot;. Alice Pieszecki (Leisha Hailey) Journalistin für das L.A. Magazine und Radiomoderatorin für den Sender KCRW und die einzige bisexuelle in der Gruppe. Shane McCutcheon (Katherine Moennig) die Friseurin, die scheinbar schon alle Frauen in Los Angeles für sich gewinnen konnte. Jenny Schecter (Mia Kirshner) eine echt durchgeknallte und in ihrer Kindheit missbrauchte Schriftstellerin. Sie war auch schon Kellnerin in einem Fast Food Restaurant oder Kassiererin. Jenny war verheiratet, jetzt scheint es so als wäre sie lesbisch, aber ganz genau weiß sie das selbst nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab jetzt wird es komplizierter, denn die Serie basiert auf einer Vermutung von Alice. Sie behauptet, dass die Welt einfach viel zu klein ist, dass jede Lesbe schon mal mit der Anderen zusammen war oder zusammen kommen wird. Deshalb hat sie an Ihrer Wohnungswand ein Beziehungsgeflächt gezaubert, um diese Behauptung zu beweisen. Unter anderem wird dort folgendes Geflecht festgehalten: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bette war jahrelang mit Tina Kennard (Laurel Holloman) zusammen. Tina hatte aber zwischenzeitlich was mit Helena Peabody (Rachel Shelley) einer stinkreichen Tochter und Inhaberin der Peabody Foundation. Jetzt ist Tina gar nicht mehr so lesbisch und probiert mal wieder die Jungs. Na denn... Alice liebt die Tennisspielerin Dana Fairbanks (Erin Daniels), doch Dana ist mit Lara Perkins (Lauren Lee Smith) einer Sous-Chefin zusammen. Jenny war mit Timothy Haspel (Eric Mabius) einem Schwimm-Trainer verheiratet, doch dann kam Marina Ferrer (Karina Lombard) ehemalige Besitzerin des &quot;Planet&quot; und hat sie der lesbischen Liebe näher gebracht. Seither ist Jenny mit diversen Damen und Herren zusammen, auch mit Moira, die nun Max Sweeney (Daniela Sea) ist. Max ist IT Programmierer(in) und eine Frau zu Mann Transgender. Jetzt zu Shane McCutcheon, die lesbische Friseurin mit unzähligen One-Night-Stands. Shane ist das Phänomen der Serie, denn sie bestätigt Alice&#039;s Theorie in jedem Fall. Ihre nach eigenen Angaben einzige Beziehung ist Carmen. Carmen de la Pica Morales (Sarah Shahi) ist DJane und TV - Assistentin in Fernsehstudios. Sie glaubt Shane gezähmt zu haben. Bette hat eine Schwester, Kit. Kit ist die einzige Hete in der Serie. Sie hatte allerdings was mit Ivan Aycock, Transgender. Das hat sie verwirrt, aber nun liebt sie Angus Partridge (Dallas Roberts) ein Musiker und die Manny von Bette und Tinas Baby Angelica Kennard (Olivia Windbiel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor kein Mensch mehr durchblickt, nur noch so viel, langweilig wird die Serie nicht und Klischees werden auch nicht bedient. Das unglaublichste ist das ausgiebige Sexualleben der Serienheldinnen. Alle Frauen sind extrem sexy, jede auf ihre Weise und gesprächsbedarf gibt es immer. Auch die angesprochenen Themen sind teilweise (bis auf die Heterosexualtiät *LOL*) überaus interessant. Die Serie ist gute Unterhaltung, kein Abziehbild der Realität, aber das ist &quot;Sex in the City&quot; (womit &quot;The L-Word&quot; oft verglichen wird) auch nicht. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 24 Mar 2008 13:01:57 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/43-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Hamburger Landesrechte wurden angepasst</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/42-Hamburger-Landesrechte-wurden-angepasst.html</link>
            <category>Das LPartG</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/42-Hamburger-Landesrechte-wurden-angepasst.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=42</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=42</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Wie der LSVD am 14. Juni 2007 über Ihren Newsletter verkündet, wurde durch den Rechtsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft am Abend des 12. Juni 2007 die Anpassung des hamburgischen Landesrechts an das Lebenspartnerschaftsrecht abschließend beraten und beschlossen. Lebenspartner werden im gesamten hamburgischen Landesrecht mit Ehegatten gleichgestellt, auch bei der Beihilfe und bei der Zweitwohnungssteuer. Letzteres war von der CDU bisher immer abgelehnt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lediglich die Gleichstellung beim Familienzuschlag und bei der Beamtenpension ist aufgeschoben worden. Die CDU-Sprecherin im Ausschuss hat aber klargestellt, dass die Angleichung insoweit nur aus rechtstechnischen / verfassungsrechtlichen Gründen unterbleibe. Mit einer Protokollerklärung soll der Senat aufgefordert werden, bei Vorlage eines neuen Landesbeamtenrechts die Gleichstellung nachzuholen. Dies kann allerdings noch einige Zeit dauern, da in Hamburg am 24.02.08 gewählt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anpassung beruht auf einer Initiative des LSVD, der allen hamburgischen Parteien im Juni vergangenen Jahres einen entsprechenden Gesetzentwurf übersandt hatte. Die Hamburger CDU hat den Gesetzentwurf übernommen und in die Bürgerschaft eingebracht. Das ist vor allem das Verdienst des CDU-Abgeordneten Roland Heintze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der LSVD hat die Beratung des Gesetzentwurfs intensiv begleitet und mit allen in der hamburgischen Bürgerschaft vertretenen Parteien über die im Laufe des Gesetzgebungsverfahren aufgetretenen Bedenken diskutiert. Leider ist es nicht gelungen, die CDU davon zu überzeugen, dass eine &quot;isolierte&quot; Änderung des Bundesbeamten- und des Beamtenversorgungsgesetzes zugunsten der verpartnerten hamburgischen Landesbeamten verfassungsrechtlich unbedenklich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lässt hoffen, dass das Beispiel der hamburgischen CDU als Anstoß wirkt und die CDU und die SPD in den anderen Bundesländern veranlasst, diesem Beispiel zu folgen. Lt. LSVD kann dazu jeder beitragen, in dem man die eigene Landespartei auf das Hamburger Beispiel hinweist und auffordert, die Anpassung des Landesrechts nicht mehr weiter hinauszuschieben.&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 14 Jun 2007 09:00:37 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/42-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Klischees</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/41-Klischees.html</link>
            <category>Der Alltag</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/41-Klischees.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=41</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=41</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    1. Klischee:&lt;br /&gt;
Homosexuelle Frauen sind männerfeindlich&lt;br /&gt;
Manche Lesben leben separatistisch; d.h., dass sie ihr Leben ausschließlich auf Frauen ausrichten und beziehen. Andere verbinden enge Freundschaften mit Männern. Viele Frauen (homosexuelle wie heterosexuelle) lehnen männliches chauvinistisches oder sexistisches Verhalten ab, was aber keineswegs mit Männerfeindlichkeit in Verbindung zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Klischee:&lt;br /&gt;
Lesben und Schwule haben keine Kinder&lt;br /&gt;
Dieses Klischee stellt für viele homosexuelle Eltern ein großes Problem dar. Tatsächlich jedoch haben jede fünfte Lesbe und jeder achte Schwule aus früheren (heterosexuellen) Beziehungen ein oder mehrere Kinder. In den letzten Jahren wollen auch vermehrt kinderlose homosexuelle Pärchen ein oder mehrere Kinder. Für Lesben ist in manchen Ländern die künstliche Befruchtung möglich, einige entscheiden sich für eine Samenspende von z. B. befreundeten homosexuellen Männern. Was natürlich auch mit einigen Schwierigkeiten behaftet sein kann. Das Adoptionsrecht und Pflegschaftsrecht für homosexuelle Paare wird bereits in vielen &quot;fortschrittlichen&quot; Ländern diskutiert und ist in manchen Bundesstaaten der USA schon geltendes Recht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Klischee:&lt;br /&gt;
Lesbe = Feministin&lt;br /&gt;
Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass sich hinter jeder Lesbe eine absolute Feministin verbirgt. Das hat allerdings historische Hintergründe. Viele homosexuelle Frauen schlossen sich der feministischen Bewegung an, kämpften und kämpfen noch heute für die Gleichberechtigung der Frau. Dadurch hat man wie so oft verschiedene Themen unbewusst oder sogar bewusst mit einander verbunden. Fakt ist jedoch, dass ganz viele Lesben keine Feministinnen sind. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Feb 2007 17:29:55 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/41-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Kündigung wegen Homosexualität</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/40-Kuendigung-wegen-Homosexualitaet.html</link>
            <category>Der Alltag</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/40-Kuendigung-wegen-Homosexualitaet.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=40</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=40</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Ein 53-jähriger Mann ist nach 25 Jahren seinen Job los – weil bekannt wurde, dass er schwul ist. Der Mitarbeiter klagte. Jetzt wurde der Fall vor Gericht behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem 53-jährigen Mitarbeiter, der seit 25 Jahren beim Kolpingwerk beschäftigt ist und seit zehn Jahren für die pädagogische Betreuung im Jugendwohnhaus in Frankfurt zuständig ist, wurde Anfang November fristlos gekündigt. Die Begründung seines Arbeitgeber: Die Kündigung wurde fällig, weil der Mitarbeiter schwul ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Gericht erklärte Vorstandsmitglied Wolfgang Aumüller, für das Kolpingwerk sei die „sexuelle Neigung“ des Mitarbeiters „kein Problem“ gewesen, solange sie privat bleibe. Nachdem der Leitung jedoch ein Chatprofil des Mitarbeiters in einem Internet-Schwulenportal bekannt geworden sei, „konnten wir nicht länger Arbeitgeber für ihn sein“, so Aumüller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kolpingwerk wäre erpressbar geworden, „wenn alle wissen, dass der Mitarbeiter schwul ist“. Der Vorstand räumte ein, dass sich der Mitarbeiter nie etwas zuschulden habe kommen lassen und eine hervorragende Arbeit geleistet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Frankfurt scheiterte am Freitag. Für April 2007 hat der Richter nun die Streitverhandlung vor der Kammer angesetzt und dem Arbeitgeber aufgetragen, bis dahin konkrete Gründe vorzulegen, ob und wie das Arbeitsverhältnis gestört gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vorfeld des Gütetermins vor dem Arbeitsgericht hatte der „Völklinger Kreis“, ein Berufsverband für homosexuelle Führungskräfte, zu vermitteln versucht. „Ergebnislos“, so deren Frankfurter Regionalkoordinator Michael Tullius gegenüber EPD. Nach Aussage des Richters sei außerdienstliches Verhalten allerdings kündigungsunerheblich, wenn es keine Auswirkung auf das Arbeitsverhältnis habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kolpingwerk habe die Umwandlung der fristlosen in eine fristgerechte Kündigung angeboten und gedroht, dass es das Haus möglicherweise schließen müsse, da für eine Abfindung kein Geld vorhanden sei. Der Mitarbeiter selbst sagte in der Verhandlung, dass er von seinem Arbeitgeber Fairness erwarte. Doch es habe kein Gespräch mit ihm gegeben. Er wäre auch bereit gewesen, sein Porträt aus dem Internet zu nehmen. Die Profile in dem Chatroom können nur angemeldete Mitglieder einsehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: WELT.de/EPD - Artikel erschienen am 24.11.2006 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Feb 2007 17:29:06 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/40-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Lesbisch sein</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/39-Lesbisch-sein.html</link>
            <category>Der Alltag</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/39-Lesbisch-sein.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=39</wfw:comment>

    <slash:comments>1</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=39</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Für viele Mädchen und Frauen ist es ein langer Prozess, bis sie wissen, ob sie sich eher zu Mädchen und Frauen oder zu Jungen und Männern oder zu beiden hingezogen fühlen. Manche Frauen wussten schon immer, dass sie lesbisch sind. Andere hatten zum Teil über mehrere Jahre Beziehungen zu Männern und haben sich dann doch in eine Frau verliebt. Es gibt auch Frauen, die erst mit Frauen, dann mit Männern und irgendwann doch wieder mit Frauen zusammen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich persönlich definiere die &quot;Findungsphase&quot; als bisexuell. Manche definieren bisexuell anders, aber durch viele Gespräche oder Beobachtungen, ist die Phase in der Mann oder Frau seine bzw. ihre Richtung sucht und dann auch letztendlich findet, als bisexuell zu bezeichnen. Bei manchen Menschen dauert diese Zeit ewig (wobei hier auch das Umfeld bzw. die Gesellschaft in der sich jemand befindet eine große Rolle spielt - Motto: was denken die anderen), bei manchen dauert die Findungsphase nicht so lange. Das ist aber alles relativ zu sehen und ist auch jedem selbst überlassen wie viel Zeit er oder sie dafür braucht. Eine Entscheidung ist aber in jedem Fall ratsam, da verstecken spielen meist anstrengender ist, als zu sagen, was Sache ist! Selbst bisexuell leben ist eine Entscheidung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesbisch sein ist nicht besser oder schlechter als heterosexuell zu sein. Dennoch sind viele Mädchen zu Beginn sehr verwirrt und zum Teil auch unglücklich, wenn sie merken, dass sie sich in Mädchen verlieben. Oft kennen sie keine anderen lesbischen Mädchen und fühlen sich dadurch alleine und unverstanden. Es gibt auch immer noch zu wenig Vorbilder für Mädchen, wie lesbische Frauen ihr Leben gestalten. Die Ansicht, dass das Lesbischsein nur eine Phase ist, bis das Mädchen bzw. die Frau den richtigen Jungen oder Mann gefunden hat, ist genauso ein Vorurteil wie die Behauptung, dass Mädchen, die schlechte Erfahrungen mit Jungen gemacht hätten, sozusagen aus Frust lesbisch werden. Leider wird in unserer Gesellschaft immer noch vielfältig vermittelt, dass Homosexualität nicht &quot;normal&quot; sei, was vollkommener Blödsinn ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Bewegung lesbischer Frauen und schwuler Männer, die selbstbewusst immer mehr an die Öffentlichkeit gehen und viel dazu beitragen, dass sich das negative Bild in der Gesellschaft langsam verändert. So werden die &quot;Christopher Street Days&quot; (CSD) jährlich mit Paraden, Demonstrationen und anderen Veranstaltungen von Lesben und Schwulen in vielen Städten selbstbewusst und fröhlich gefeiert. An Pfingsten gibt es jedes Jahr ein bundesweites Treffen für Lesben, den Lesbenfrühling (LFT), sowie übers Jahr verteilt in vielen Städten kulturelle Angebote für lesbische Mädchen und junge Frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann bin ich lesbisch?&lt;br /&gt;
Ein Mädchen oder eine Frau ist lesbisch oder homosexuell, wenn sie sich emotional und sexuell zu anderen Mädchen und Frauen hingezogen fühlt, wenn sie zu anderen Mädchen oder Frauen eine Liebesbeziehung und / oder sexuelle Beziehungen hat. Du musst aber nicht erst Sexualität mit einem anderen Mädchen gelebt haben, um zu wissen, ob du lesbisch bist oder nicht. Verlasse dich hier auf dein Gefühl. Wenn du dich einmal in ein anderes Mädchen verliebst oder es genießt, deine Freundin zu küssen oder zu streicheln, heißt das nicht automatisch, dass du jetzt lesbisch bist und dies für immer bleiben wirst. Probiere einfach aus, wie du dich wohl fühlst, und mit wem du Sexualität genießen möchtest und kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesbisch zu sein ist nichts schlimmes, wie es &quot;die&quot; Gesellschaft im Großen und Ganzen propagieren will. Lass dir Zeit, finde heraus, was du möchtest. Du bist keines Falls alleine mit deinen Gefühlen, es gibt in jeder größeren Stadt Lesbisch- und Schwule Gruppen, dort sind Leute denen du Fragen stellen kannst. Mit denen du auch sprechen kannst ohne Angst zu haben, dass jemand lacht oder sowas. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Feb 2007 17:27:34 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/39-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Suizid unter Lesben</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/38-Suizid-unter-Lesben.html</link>
            <category>Der Alltag</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/38-Suizid-unter-Lesben.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=38</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=38</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Es gibt Studien zur Suizidgefahr unter Lesben. Phänomen oder tatsächlich Alltag?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr Suizide unter Lesben&lt;br /&gt;
USA. Eine Studie von A.K. Matthews und Kolleginnen bestätigt die Annahme, dass lesbische Frauen häufiger depressiv werden als heterosexuelle. Darüber hinaus ermittelten die Forscherinnen, dass Lesben öfter Suizid-Gedanken haben und vermehrt versuchen, sich selbst zu töten, als andere Frauen. Im Alter zwischen 15 und 29 Jahren unternehmen sogar doppelt so viele homosexuelle als heterosexuelle Frauen einen Selbstmordversuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autorinnen führen dies auf zusätzliche Risikofaktoren bei Lesben zurück. Dazu gehören der „Coming-out“-Prozess, die Bekanntheit ihrer sexuellen Orientierung bei anderen und der Stress, einer stigmatisierten Gruppe anzugehören. Ein Grund für die vermehrten psychischen Probleme lesbischer Frauen könnte sein, dass sie ungefähr doppelt so oft als Kind sexuell missbraucht wurden als andere Mädchen. Denn Frauen, die sexuelle oder physische Übergriffe erlebt haben, denken zwei- bis dreimal so oft an Suizid oder versuchen sich selbst zu töten als vergleichbare Frauen ohne eine solche Vorgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A. K. Matthews u.a.: Prediction of depressive distress in a community sample of women: the role of sexual orientation. American J. Public Health 2002 (92) 1131-1139&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Studien...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thema: Suizid&lt;br /&gt;
Diskriminierung auch auf Grund von sexueller Orientierung ist ein häufiger Grund, dass Lesben und Schwule sich selbst töten. Ein Versuch, dieses Thema in seiner Vielfältigkeit aufzuarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Österreich passieren immer wieder Selbstmorde, bei denen die Mitmenschen nie erfahren, warum er oder sie sich selbst getötet hat. Gleichwohl gibt es hierzulande keine Studien darüber, ob Selbstmordversuche auch mit der sexuellen Orientierung in ursächlichem Zusammenhang stehen. In der Englisch sprachigen Welt existiert allerdings eine Vielzahl solcher Studien. Alle zeichnen ein ähnliches, sehr bestürzendes Bild: Eine ungewöhnliche sexuelle Orientierung, die mit den starren Normen gewöhnlicher Sexualität konfrontiert wird, ist eine bedeutende Ursache für Depressionen, Selbstmordgedanken, -versuche und sicherlich auch für jene vollzogenen Selbstmorde, deren Ursachen nie geklärt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häufigkeit und somit das Risiko von Selbstmordversuchen – mögen sie misslingen oder gelingen – ist je nach Studie bei lesBiSchwulen Menschen immerhin fünfeinhalb bis 14 Mal größer als bei Heteros! Diese Unterschiede in den Ergebnissen (z.B. Bell und Weinberg 1978, Fergusson, Horwood und Beautrais 1999, Cochran und Mays 2000) rühren auch daher, wie eng oder weit Homosexualität definiert, wie geschickt der wahre Anteil von Lesben, Schwulen und Bisexuellen in der Bevölkerung ermittelt und welche Altersstruktur und soziale Schichtung jeweils untersucht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In verschiedenen U.S. Kommunikationszentren für Lesben und Schwule ermittelten D’Augelli und Hershberger 1998, dass 40 Prozent der Lesben, Schwulen und Bisexuellen in einem Alter zwischen 15 und 21 Jahren zumindest einen Selbstmordversuch hinter sich haben! Immerhin weisen dabei diejenigen lesBiSchwulen Jugendlichen, die sich in ihrer Familie geoutet haben, ein weit geringeres Selbstmordrisiko von 12 Prozent auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cochran und Mays fanden im Jahr 2000 heraus, dass bei schwulen und bisexuellen Männern in den USA 98 Prozent der Selbstmordversuche im Alter zwischen 17 und 27 Jahren stattfinden. Das ist eine aussagekräftige Konzentration auf junge und jüngere Altersgruppen, die bei Heteros nicht mit hinreichender Genauigkeit nachgewiesen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzeichen für einen bevorstehenden Selbstmordversuch sind nach den 1993 veröffentlichten Ergebnissen der US-Studie von D’Augelli und Hershberger ein geringes Selbstwertgefühl, Alkoholmissbrauch, Depressionen und Verlust von FreundInnen nach dem Outing. Der Anteil der 15- bis 21-jährigen Lesben, Schwulen und Bisexuellen, die mindestens einen Selbstmordversuch hinter sich haben, liegt nach dieser Untersuchung bei 41 Prozent und unterscheidet sich nicht signifikant zwischen Männern und Frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Unterschied im Wohl- bzw. Unwohlbefinden – und somit in der Selbstmordgefährdung – besteht, so wurde 1994 von Brady und Busse festgestellt, zwischen der Phase, wo die eigene Homosexualität von einem Schwulen selbst bloß toleriert wird, und der Phase, wo er seine Homosexualität für sich voll akzeptieren kann. Dass die Hauptgefährdung während der Coming-Out-Phase besteht, bestätigten Bagley und Tremblay 1997 für 17- bis 27-jährige Kanadier in Calgary.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts dieser Untersuchungsergebnisse kann nur unterstrichen werden, dass gleichgeschlechtliches Lust- und Liebesempfinden keine Krankheit ist, sondern dass die Intoleranz der Gesellschaft Minderheiten krank macht. Oder, wie es der Regisseur Rosa von Praunheim sinngemäß formuliert hat: Nicht die Homosexuellen sind pervers, sondern das Umfeld, in dem sie leben. Quelle: Rainer Bartel hosilinz.at und sws.soton.ac.uk 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Feb 2007 17:26:29 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/38-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Vorurteile gegenüber homosexuellen Menschen</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/37-Vorurteile-gegenueber-homosexuellen-Menschen.html</link>
            <category>Der Alltag</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/37-Vorurteile-gegenueber-homosexuellen-Menschen.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=37</wfw:comment>

    <slash:comments>3</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=37</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Homosexuelle Frauen und Männer sind täglich irgendwelchen Vorurteilen ausgesetzt. Dieser kurze Überblick soll darstellen, wie verrückt es ist als homosexueller Mensch morgens die Augen auf zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Homosexualität ist eine Krankheit oder Sexualneurose&lt;br /&gt;
Einst waren sich einige Ärzte einig, dass Homosexualität eine Krankheit oder eine erlangte Sexualneurose ist. Gestützt wurde diese Meinung durch die Befragung Schwuler durch Psychologen. Dabei stellte sich heraus, dass Schwule häufiger unter psychischen Problemen leiden als heterosexuelle Männer. Ein großes Problem gab es bei dieser Befragung jedoch: Es wurden nur Schwule befragt, die sich in einer psychologischen Betreuung befanden. Hätte man die Befragung in gleicher Weise bei Heterosexuellen durchgeführt, so hätte man „herausgefunden“, dass Heterosexuelle häufig psychische Probleme haben. Um ins Reich der Kuriositäten abzutauchen: Früher waren sich viele Ärzte einig, dass Masturbation („Wichsen“) Rückenmarksschwund, krumme Finger etc. verursacht. Diese Aussage ist ebenso falsifiziert wie die Aussage, Homosexualität sei eine Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Homosexualität ist pervers&lt;br /&gt;
Mit dem Begriff „pervers“ sollte man sehr vorsichtig sein. Der medizinische Duden beschreibt das Wort „pervers“ wie folgt: „(psychisch) abnorm, abwegig, krankhaft (veranlagt oder empfindend; Psychol.).“ Das Wörterbuch der Etymologie (Etymologie ist die Wissenschaft, die sich mit der Herkunft von Wörtern beschäftigt) von „Wahrig“ sagt Folgendes über das Wort „pervers“ aus: „widernatürlich, geschlechtlich unnormal; aus lat. perversus‚ verkehrt‚ umgedreht, zu pervertere‚ umkehren, umstürzen, verderben, aus per-‚ ganz, völlig und vertere‚ wenden. Es ist korrekt, dass Homosexualität nicht der Norm entspricht, dennoch hat Homosexualität nichts mit einer Krankheit oder Ähnlichem zu tun (siehe Vorurteil 1); außerdem entspricht es ebenso nicht der Norm, wenn eine Person rote Haare hat oder über 190 cm groß ist. Abweichungen müssen nicht immer negativ sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Schwule wollen lieber eine Frau sein, Lesben lieber ein Mann&lt;br /&gt;
Dies gilt i. d. R. nur für transsexuell veranlagte Personen. Außerdem muss eine transsexuell veranlagte Person nicht unbedingt schwul sein. Immer häufiger treten Männer in die Öffentlichkeit, die sich selbst als „metrosexuell“ (heterosexuell, leicht feminin und körperbewusst) bezeichnen. Der bekannteste Metrosexuelle dürfte der Fußballspieler David Beckham sein, der angeblich gerne Kleidungsstücke seiner Frau trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Homosexualität ist Erziehungssache&lt;br /&gt;
Dieser Irrglauben ist Grund für viele Vorwürfe, die sich Eltern machen. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass die Erziehung keinen Einfluss auf die Homo- oder Heterosexualität eines Kindes hat. Die Erziehung kann maximal beeinflussen, wie eine homosexuelle Person mit der eigenen Homosexualität umgeht und dazu steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Der erste Geschlechtsverkehr entscheidet über Homo- oder Heterosexualität&lt;br /&gt;
Dies ist definitiv falsch. Sonst wäre ein mehr als zwei- bis fünfmal so großer Teil der Bevölkerung homosexuell - schließlich sammeln nicht wenige Jungendliche ihre ersten Erfahrungen unter Geschlechtsgenossen. Unter heterosexuellen Jungen sind homosexuelle Kontakte dabei häufiger als unter heterosexuellen Mädchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Schwule sehen schwul aus und sprechen „tuntig“&lt;br /&gt;
Es stimmt, dass ein kleiner Teil der Schwulen bestimmte Erkennungsmerkmale verwendet. Sie kleiden sich auffällig, schminken sich und reden in einem komischen Tonfall. Die meisten Schwulen erkennt man allerdings nicht so leicht. Ein rosa Hemd kann man auch nicht mehr als „Schwulenkleidung“ bezeichnen, da sich mittlerweile viele Heterosexuelle „schwul“ kleiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Schwule spielen mit Puppen&lt;br /&gt;
Es ist zwar ebenfalls nicht unbedingt häufig, dass ein Junge mit einer Puppe spielt, jedoch hat dies genauso viel mit seiner sexuellen Orientierung zu tun wie seine Lieblingseissorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Schwule hassen Frauen, Lesben hassen Männer&lt;br /&gt;
Homosexuelle lieben zwar das eigene Geschlecht, dies soll aber nicht heißen, dass sie deshalb das andere Geschlecht hassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Schwule denken immer und überall an Sex&lt;br /&gt;
Die Libido (das sexuelle Verlangen / der Sexualtrieb) von Schwulen unterscheidet sich kaum von dem heterosexueller Personen; außer natürlich, dass Homosexuelle Geschlechtsverkehr mit dem eigenen Geschlecht bevorzugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. AIDS gibt es nur bei Schwulen&lt;br /&gt;
Dass dies nicht der Wahrheit entspricht, müssen wir sicherlich nicht erklären. Die Zahl der Heterosexuellen, die mit dem HI-Virus infiziert sind, ist größer als die Zahl der Homosexuellen, die mit dem HI-Virus infiziert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Schwule sind Memmen&lt;br /&gt;
Es gibt solche und solche - wie bei Heterosexuellen auch. Sicherlich besteht auch hier kein nennenswerter unterschied zwischen Hetero- und Homosexuellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12. Homosexuelle bringen unserer Gesellschaft nichts, da sie keine Kinder bekommen&lt;br /&gt;
In Sachen Fortpflanzung mögen Schwule wohl den gleichen Nutzen wie ein katholischer Pfarrer haben. Jedoch haben die meisten Schwulen eine Arbeitsstelle und machen sich dort für die Gesellschaft nützlich - wie der Pfarrer auch. Außerdem sind Schwule oft in besser bezahlten Berufen zu finden und somit gute Steuerzahler. Auch die Kirche, welche Homosexualität offiziell ablehnt, hätte ein riesiges Problem, wenn alle Homosexuellen aus dieser austräten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13. Schwule „poppen&quot; am liebsten von hinten&lt;br /&gt;
Es mag sehr viele Schwule geben, die Analsex bevorzugen. Es gibt jedoch ebenso viele heterosexuelle Paare, die diese sexuelle Praktik betreiben. Zudem ist Analsex nicht bei allen Schwulen beliebt. Es gibt nicht gerade wenige Schwule, die diese Praktik ablehnen oder „ekelhaft“ finden. Anmerkung: Für diese Praktik gibt es spezielle Kondome, so genannte „Analkondome“ (diese sind „stabiler“ als gewöhnliche), welche man in der Apotheke kaufen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14. Jungen können durch Verführung schwul werden&lt;br /&gt;
Auch weit verbreitet ist der Aberglaube, heterosexuelle Jungen könnten durch Verführung schwul werden. Dies ist natürlich vollkommener Schwachsinn! Einen heterosexuellen Jungen kann man genauso wenig zur Homosexualität verführen wie einen schwulen Jungen zur Heterosexualität. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Feb 2007 17:23:54 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/37-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Buddhismus über Homosexualität</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/36-Buddhismus-ueber-Homosexualitaet.html</link>
            <category>Die Glaubensrichtungen</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/36-Buddhismus-ueber-Homosexualitaet.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=36</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=36</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Im Buddhismus wird generell das Thema Sex tabuisiert, sexuelle Handlungen unter den männlichen Mönchen werden aber verurteilt. Der Dalai Lama, Oberhaupt der tibetanischen Buddhisten, beschreibt die Homosexualität als „ein schlechtes sexuelles Verhalten“. Es gibt buddhistische Staaten, in denen die gleichgeschlechtliche Liebe bestraft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den allermeisten Religionen wird also Homosexualität vom Grundsatz her als schlecht beurteilt. Oft hängt jedoch die negative Einstellung von Unwissenheit, Vorurteilen und dem allgemeinen Tenor in der jeweiligen Gesellschaft ab und weniger von religiösen Gesetzen. Jedoch ist es in der Regel so, dass man sich außerhalb Westeuropas und Teilen Nordamerikas nicht unbedingt als homosexuell zeigen sollte, da es immer noch zu erheblichen Problemen führen kann.&lt;br /&gt;
Quelle: http://www.seidu.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer war Buddha?&lt;br /&gt;
Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, wurde etwa 560 v. Chr. in Nordindien geboren und starb im Alter von 80 Jahren. Er entstammte dem Adelsgeschlecht der Sakyer (daher die Bezeichnung Buddha Sakyamuni) und verbrachte eine unbeschwerte Jugend im materiellen Überfluss, heiratete mit 16 Jahren und hatte einen Sohn. Mit 29 Jahren verlässt er die Palastanlage seiner Familie und begegnet dabei zum ersten Mal einem Greis, einem Schwerkranken und einem Toten. Nun weiß er, dass Alter, Krankheit und Tod unausweichlich mit dem menschlichen Leben verbunden sind. Die ihm bislang selbstverständlichen Vergnügungen verlieren ihren Reiz und er beschließt, von jetzt an die Grundlage für nicht vergängliches, dauerhaftes Glück zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach sechs Jahren voll vergeblicher Versuche, dies zu erreichen - ob durch Askese oder die Auseinandersetzung mit den besten Philosophien seiner Zeit -, setzt er sich in der Nähe des heutigen Bodh-Gaya unter einem Feigenbaum nieder und verspricht, nicht wieder aufzustehen, bevor er sein Ziel erreicht hat. Schließlich erkennt er in tiefer Meditation das Wesen des Geistes und wird damit erleuchtet, also ein Buddha, ein &quot;vollkommen Erwachter&quot;. Von nun an lehrt er 45 Jahre lang, gründet einen Mönchs- und einen Nonnenorden und gewinnt viele Laienanhänger. Er stirbt mit 80 Jahren und empfiehlt kurz vor dem Tod seinen Anhängern, seiner Lehre nicht blind zu folgen, sondern alles anhand der eigenen Erfahrung zu überprüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlagen von Buddhas Lehre&lt;br /&gt;
Buddha erklärt, wie die Welt funktioniert - also was letztendlich wirklich und was bedingt ist. Dieses Verständnis ermöglicht das Erleben dauerhaften Glücks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vier Edlen Wahrheiten bilden den Kern seiner Lehre:&lt;br /&gt;
1. Solange der Geist seine Natur nicht erkannt hat, gehört zum Leben zwar Freude, aber auch Leid. Zumindest Alter, Krankheit und Tod sind unvermeidbar und werden als unangenehm erlebt.&lt;br /&gt;
2. Es gibt bestimmte Ursachen, warum der Geist seine wahre Natur nicht sieht.&lt;br /&gt;
3. Jeder kann die Natur seines Geistes erkennen, also erleuchtet werden.&lt;br /&gt;
4. Es gibt praktische Mittel, um das zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kennt Buddhas Lehre keine Dogmen - nichts muss geglaubt oder ohne Prüfung vorausgesetzt werden. Ihr Ziel ist die volle Entfaltung der einem jeden innewohnenden Möglichkeiten. Zum Aufbau von Wissen hinzu kommen Meditationen als das praktische Mittel, um dauerhaftes Glück zu erreichen: Durch sie wird das Verstandene zur eigenen Erfahrung. Ergänzend achtet man vor allem im Theravada darauf, leidbringendes Verhalten zu vermeiden. Im Mahayana verschiebt sich dieser Schwerpunkt auf die Vermeidung von Zorn, im Varayana darauf, die Welt stets aus einer reichen und selbstbefreienden Sichtweise heraus zu erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend vom Wirken des historischen Buddha entwickelte sich der Buddhismus zu einer Weltreligion mit ununterbrochener Überlieferung. Sie wendet sich an alle suchenden Menschen, unabhängig von Rasse, Nation, sozialer Herkunft, Persönlichkeit und Geschlecht. Dabei stellt sie den Menschen immer in seine eigene Verantwortung (Ursache und Wirkung). Sie zeichnet sich zudem durch Toleranz und Gewaltlosigkeit aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Informationen:&lt;br /&gt;
http://www.buddhismus.de&lt;br /&gt;
http://www.buddhismus-heute.de&lt;br /&gt;
http://www.dharma.de 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Feb 2007 17:23:12 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/36-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Christen über Homosexualität</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/35-Christen-ueber-Homosexualitaet.html</link>
            <category>Die Glaubensrichtungen</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/35-Christen-ueber-Homosexualitaet.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=35</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=35</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Das Christentum ist mit ca. 2 Milliarden Anhängern die größte Religion der Erde und eine der sieben Weltreligionen. Der Begriff Christentum (griech. christianismós) wird erstmals in einem Brief des syrischen Bischofs Ignatius von Antiochia erwähnt. Die Anhänger des Christentums nennen sich selbst Christen. Die Apostelgeschichte erzählt, dass die Nachfolger Christi den Namen Christen zuerst von den Ungläubigen der syrischen Stadt Antiochia erhielten, in welche sie nach den ersten Verfolgungen in Palästina geflohen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Christentum ist eine monotheistische, gestiftete und missionierende Religion. Ihre Wurzeln liegen im Judentum des zweiten Tempels, in Palästina, zur Zeit der römischen Herrschaft vor circa 2000 Jahren. Das Christentum geht zurück auf die Anhänger eines jüdischen Wanderpredigers namens Jesus von Nazareth. Jesus wird von den Christen als der Christus, also der jüdische Messias verehrt sowie als der Mensch gewordene Gottessohn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was möchte uns also die größte Weltreligion über Homosexualität sagen? Werden Lesben und Schwule akzeptiert und unterstützt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christentum&lt;br /&gt;
Ein besonderes Spannungsverhältnis besteht in Fällen von Homosexuellen, die auch an den christlichen Gott glauben, allerdings von den großen Kirchen zurückgestoßen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Altkatholische Bischof Joachim Vobbe hat in seinem weiter unten zitierten Hirtenbrief das besondere Spannungsverhältnis zwischen Homosexuellen und Kirchen auf den Punkt gebracht:&lt;br /&gt;
In diesem Zusammenhang möchte ich stellvertretend für meine eigene Kirche ein Schuldbekenntnis nachholen: Die Kirche hat - vermutlich aufgrund ihrer eigenen distanzierten Einstellung - beharrlicher geschwiegen zur Ausgrenzung, Verfolgung, Verstümmelung und Tötung homosexueller Menschen als zu manchen anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Es ist deshalb verständlich, wenn das Verhältnis von Homosexuellen zur Kirche immer noch mitgeprägt ist von Traumatisierungen. Aufgrund dieser geschichtlichen Belastung ist es wohl bisweilen noch recht schwer, unbefangen miteinander umzugehen und differenzierende Aussagen zu machen, die nicht als Diffamierung oder Diskriminierung empfunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Jesus Christus selbst sind keine Aussagen über homosexuelles Verhalten überliefert, weder im positiven noch im negativen. Seine Freundschaft zu Außenseitern und Sündern zieht sich jedoch durch das ganze Neue Testament. Am ehesten läßt sich vielleicht Matthäus 19,12 heranziehen, wo Jesus davon spricht, dass &quot;manche von Geburt an zur Ehe unfähig&quot; sind; dies ohne Verurteilung. Auch heilt Jesus den Diener eines römischen Hauptmannes auf dessen Bitte hin. Es ist ungewöhnlich, dass ein heidnischer Hauptmann sich für einen einfachen Sklaven so vor einem Juden demütigt. Man könnte daraus den Schluss ziehen, dass es sich um einen Geliebten des Römers handelt, was für Jesus dann ebenso offensichtlich gewesen sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Römisch-Katholische Kirche&lt;br /&gt;
Gemäß der römischen Glaubenskongregation ist die homosexuelle Neigung oder Tendenz zwar &quot;ungeordnet&quot; und nicht dem Schöpfungssinn von Sexualität entsprechend, aber als solche noch nicht sündhaft, während bewusst und frei vollzogene homosexuelle Akte als schwere Sünde angesehen werden. Da nach offizieller Auffassung der Römisch-Katholischen Kirche Homosexualität die göttliche Ordnung verletzt, könne keine Kompromisshaltung eingenommen werden. Allerdings solle die betreffende Person die Verbindung zur Kirche nicht ganz abbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Stellungnahme der Kongregation für die Glaubenslehre vom 3. Juni 2003 wird festgestellt: &quot;Nach der Lehre der Kirche kann die Achtung gegenüber homosexuellen Personen in keiner Weise zur Billigung des homosexuellen Verhaltens oder zur rechtlichen Anerkennung der homosexuellen Lebensgemeinschaften führen. Das Gemeinwohl verlangt, dass die Gesetze die eheliche Gemeinschaft als Fundament der Familie, der Grundzelle der Gesellschaft, anerkennen, fördern und schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften oder deren Gleichsetzung mit der Ehe würde bedeuten, nicht nur ein abwegiges Verhalten zu billigen und zu einem Modell in der gegenwärtigen Gesellschaft zu machen, sondern auch grundlegende Werte zu verdunkeln, die zum gemeinsamen Erbe der Menschheit gehören.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der maßgeblichen kurialen Wortführer gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften war bzw. ist Papst Benedikt XVI., der schon in seiner Zeit als Kardinal und Vorsitzender der Glaubenskongregation entsprechende Äußerungen getan hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Kirche wird diese Haltung jedoch nicht mehr in allen Ländern von der Mehrheit getragen, sondern es gibt hier große kulturelle Unterschiede zwischen den verschiedenen katholischen Gebieten. Nach einer aktuellen Befragung, die von der Bischofskonferenz Brasiliens in Auftrag gegeben wurde, geben 62% von 1831 befragten katholischen Priestern an, dass sie die Verurteilung der Homosexualität durch die katholische Kirche nicht teilen. (http://www.networld.at/index.html?/articles/0417/15/79989.shtml)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ältere Umfrage vom Januar 2001, durchgeführt von der Utrechter Universität im Auftrag der Zeitschrift &quot;Gay Krant&quot;, ergab, dass von 339 befragten katholischen Priestern in Holland 56% eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft in ihrer Kirche segnen würden, 83% würden dies im Privaten tun. (http://www.advocate.com/html/news/012601/012601news06.asp)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zeigt sich auch bei manchen Theologen inzwischen eine andere Haltung (siehe beispielsweise &#039;Lexikon für Theologie und Kirche&#039; (http://www.dominikaner.de/hsx/artlthk.htm)); andere Strömungen halten freilich mit dem offiziellen Lehramt der Kirche fest an der traditionellen Ablehnung (Die sittliche Beurteilung der Homosexualität (http://stjosef.at/dokumente/kirche_und_homosexualitaet_moralhistorisch.htm)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/35-Christen-ueber-Homosexualitaet.html#extended&quot;&gt;&quot;Christen über Homosexualität&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Feb 2007 17:21:09 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/35-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Hinduismus über Homosexualität</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/34-Hinduismus-ueber-Homosexualitaet.html</link>
            <category>Die Glaubensrichtungen</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/34-Hinduismus-ueber-Homosexualitaet.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=34</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=34</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    Hinduismus ist mit ca. 800 Mio. Anhängern drittgrößte Religionsgruppe und hat ihren Ursprung auf dem indischen Subkontinent. Der Hinduismus ist keine einheitlich organisierte Religionsgemeinschaft, sondern eine Gemeinschaft vieler Religionsgemeinschaften mit ähnlicher Grundlage und Geschichte. Der Hindu sucht sich aus vielen Göttern (ca. 3 Mio.) seinen persönlichen Gott heraus. Es gibt kein Glaubensbekenntnis, keinen als einheitliche Person oder Kraft aufgefassten Gott und keinen Religionsstifter. Es gibt auch keine kanonisierte Schriftensammlung, die alleingültig ist oder als vollständig gilt. Eine zentrale Institution wie der Vatikan fehlt völlig. Dennoch haben religiöse Lehrer (Gurus) und Priester einen großen Stellenwert für den persönlichen Glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hinduismus ist eine Verschmelzung von zwei verschiedenen religiösen Systemen, die im Laufe der Zeit zu einer Einheit wurden: die altindische Religion und die Religion der aus dem Norden eingewanderten Arier. Die Urbevölkerung Indiens, deren Geschichte weitgehend im Dunkeln liegt, wurde im Laufe der Zeit immer weiter in den Süden verdrängt. Aus dieser Kultur stammen Elemente wie die Verehrung weiblicher Göttinnen, heiliger Tiere und der Phalluskult (Lingam). Im Rigveda (ca. 1200 v.Chr.) der Arier hingegen werden die Götter als personifizierte Naturkräfte beschrieben, die Texte erzählen von Gold, Rindern und Kämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der nächsten Entwicklungsstufe (ca. 800 v.Chr) erhielt die Brahmanenkaste durch komplizierte Rituale einen hohen Grad an Einfluss. Seit 500 v.Chr. erfuhr der Hinduismus (damals als Brahmanismus bezeichnet) seine bis heute überlieferte wesentliche Ausgestaltung. Die Sprache der Überlieferung war Sanskrit, eine indogermanische Sprache, verwandt mit dem Latein. Als Hauptgötter galten nun Brahma, Vishnu und Shiva und es wurden Tempel gebaut, Götterstatuen aufgestellt und viele Kult- und Weihehandlungen entstanden. Seit dem 4. Jh v. Chr. verlor der Hinduismus durch den Buddhismus zwar Anhänger, er ging jedoch nie ganz unter und wurde erst im 4. Jh. von den damaligen Königen wieder bevorzugt. Seit dem 8. Jh. wurde der Hinduismus auch teilweise durch den Islam verdrängt und der Sikhismus entstand, sowie monotheistische Tendenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rolle der Frau im Hinduismus hat über die Jahrhunderte und Jahrtausende eine kontinuierliche Entwicklung durchgemacht und muss immer auch im Zusammenhang mit den jeweiligen Lebensumständen gesehen werden. Einige Hymnen der Rigveda wurden von Frauen geschrieben, und in der Brhadaranyaka Upanishad finden wir einen Dialog zwischen der gelehrten Tochter von Vachaknu Gargi und Yajnavalkya. Aus dieser Zeit ist auch die Sitte des Svayamvara überliefert, wörtlich Selbstwahl: Frauen am Könighof werden nicht einfach verheiratet, sondern wählen den Bräutigam aus den in Frage kommenden Kandidaten selbst aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Ritual, das Upanayana (Initiationsritus für Knaben) ist von frühester Zeit an jedoch Männern vorbehalten. Es ist dieser (den oberen Kasten vorbehaltene) Ritus, der einen Menschen zum Dvijati (Zweimalgeborenen) werden lässt. Nach der natürlichen Geburt stellt das Upanayana die kulturelle Geburt dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaum ein Text ist so aufschlussreich für die Rolle der Frau im neueren Hinduismus wie das Ramayana, der Geschichte von Rama und Sita. Sita wurde von dem Dämonen Ravana entführt und in Lanka festgehalten. Mit Hilfe Hanumans konnte sie befreit werden und zu Rama zurückgebracht werden. Dieser zweifelte jedoch an der Treue seiner Frau und erreichte, dass Sita sich einer Feuerprobe unterzog: sie stieg auf den Scheiterhaufen und wurde jedoch aufgrund ihrer Unschuld an Rama zurückgegeben. Im letzten (später angefügten) Buch des Ramayana wird Rama erneut misstraurisch, er verstößt sie und sie gebiert Zwillinge in der Einöde Valmiki. Dort zieht sie ihre (und Ramas) Söhne auf. Rama fordert Jahre später Sita erneut im Beisein der Götter zu einem Schwur auf. Sita beteuert, sie habe nie an einen anderen Mann gedacht und bittet Mutter Erde ihren Schoß für sie zu öffnen. Ein Thron erscheint und Sita entschwindet in den Himmel. Rama gibt daraufhin die Herrschaft an seine Söhne ab und wird im Himmel mit Sita vereint. Sita gilt auch heute noch als Inbegriff der treuen Ehefrau und Rama als moralisches Vorbild. Trotz seines Misstrauens, das so fatale Konsequenzen für Sita hatte, wirft dies keinen negativen Schatten auf das Rama-Bild. Sita rebelliert nicht gegen die ungerechte Behandlung, sie erduldet sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere in der älteren Indologie findet man Einschätzungen wie z.B. &quot;die Frauen wurden in Indien mit größerem Respekt behandelt als in anderen antiken Kulturen.&quot; Professor H.H. Wilson sagte, dass man mit Zuversicht feststellen könne, dass in keiner anderen antiken Nation die Frauen in so großer Achtung standen wie bei den Hindus. Bei diesen Aussagen ist zu berücksichtigen, dass früher Aussagen in alten Texten oftmals leichtfertig als Indiz für die soziale Realität betrachtet wurden. Es erscheint ratsam, die Schlussfolgerungen mit einer gewissen Skepsis zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84% der Bevölkerung Indiens bekennen sich zum Hinduismus. Somit prägen die damit verbundenen Werte und Normen das Land entscheidend. Interessant und widersprüchlich gestaltete sich das Verhältnis der Religion zu Fragen der Sexualität. In Zeiten allgemeiner Homophobie wird im heutigen Indien – insbesondere unter dem Einfluss des religiösen Fundamentalismus - des Öfteren behauptet, dass den großen auf dem Boden Indiens entstandenen Religionen Homosexualität fremd sei, und dass der Islam oder der Westen &quot;diese Krankheit&quot; auf den Subkontinent gebracht hätten. Homosexualität wird sogar in die Nähe krimineller Aktivitäten gestellt, für dessen Ausmerzung der Staat (Artikel 377 des indischen Strafgesetzbuches) Sorge zu tragen habe. Jedoch muss dem entgegen gehalten werden, dass sich diese Religionen diesbezüglich nie besonders hervorgetan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Hindu-Fundamentalisten zugeben müssen, stellt der Hinduismus ein äußerst komplexes Gebilde von religiösen Praktiken und Glaubensvorstellungen dar. Er umfasst unterschiedliche soziale Entwicklungen und Haltungen. In seinen Ursprüngen lassen sich so auch verschiedene gleichgeschlechtliche erotische Handlungen nachweisen, auch wenn sie meist Ausdruck von hierarchischen Machtverhältnissen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vanita arbeitete eine wichtige Tendenz im Hinduismus heraus, wonach die unterschiedlich geschlechtliche, monogame Beziehung nicht die Norm des menschlichen Lebens darstelle, sondern dass die Schriften und die mündlichen Legenden diesbezüglich vielfältige Formen erwähnen. Die zahlreichen Geschichten aus der hinduistischen Götterwelt sind reich an gleichgeschlechtlichen erotischen Abenteuern, Geschlechtsumwandlungen oder Ideen von einem dritten Geschlecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wichtigste Anhaltspunkte dieser Tendenz im Hinduismus gelten die androgynen und oftmals mehrdeutigen Formen und Verhaltensweisen der beiden Hauptgötter Shiva und Vishnu und die Darstellung einer liebeähnlichen Beziehung zwischen Krishna und Arjuna. So ist zum Beispiel bekannt, dass Vishnu eine weibliche Form als Mohini angenommen hatte, um mit Shiva eine Verbindung eingehen zu können. Als der wohl erotischste gleichgeschlechtliche Akt gilt die Zeugung von Kartikeya. Ihre Zeugung wurde für notwendig gehalten, da Shiva und seine Gattin Parvati kinderlos geblieben waren. Shiva war erst durch die Verbindung mit dem männlichen Feuergott Agni zur Zeugung eines Nachkommens fähig, als dieser den Samen Shivas aufnahm. Dass auch Krishna und Arjuna sich sehr zugeneigt waren, ist allenthalben bekannt. In einer Legende verwandelte sich Arjuna in eine Frau, um das &quot;Geheimnis der Geheimnisse&quot; mit Krishna teilen zu können. Trotz dieser notwendigen Verwandlung blieb in der Legende eine quasi homosexuelle Erfahrung erhalten, da sich Arjuna zurück verwandelte und Krishna ihm auftrug, &quot;mit niemandem über dieses Geheimnis zu reden.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderen Stellen wurde das so genannte dritte Geschlecht als notwendig für das Gleichgewicht der Welt gehalten. Hijras, wie Transsexuelle im heutigen Indien genannt werden, galten hierbei als wichtige Mittler zwischen der Macht der Götter und den Menschen. Sie standen zwar außerhalb der sozialen Ordnung, doch verfügten sie über Mächte, mit denen sie den Gang dieser Ordnung beeinflussen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feststellung von Sharma, wonach es in den Schriften wenig Beweise dafür gibt, dass Homosexualität weit verbreitet war, kann also auch dahingehend interpretiert werden, dass es im alten und mittelalterlichen Indien nicht thematisiert und kaum als &quot;Problem&quot; angesehen wurde. Strafen wurden, wie im Arthashastra, auch bei ungemäßem sexuellem Verkehr mit Tieren, Jungfrauen, Frauen im Wasser und menstruierenden Frauen verhängt. Manchmal fielen die Strafen bei gleichgeschlechtlichem Verkehr (Vanita) geringer aus. Dalits (so genannte Unberührbare) waren z.B. von diesen Strafen &quot;automatisch&quot; ausgenommen, da sie doch möglicherweise ihre Kastenzugehörigkeit gerade durch ungemäßes sexuelles Verhalten, wie Analverkehr, im vorherigen Leben verloren hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee eines selbst bestimmten autonomen homosexuellen Lebens, das für alle gesellschaftlichen Klassen und Kasten gleichermaßen gilt, ist hingegen eine Erfindung der westlichen Moderne. Sie hat sich bislang im Hinduismus nicht entwickeln können. Stattdessen müssen junge Hindus vor allem ihren familiären Pflichten nachkommen, um das Weiterbestehen ihrer Familie zu sichern. Homosexualität wird somit auch als eine Gefahr verstanden, die diese traditionelle soziale und politische Ordnung aufweicht. Auch wenn viele Homosexuelle in dieser Ordnung gefangen bleiben, gibt es in der Religion, im Einzelfall die Möglichkeit, diesen Pflichten zu entgehen, und somit das Potential zu einer progressiven Interpretation. Die religiösen Feste, die vielen der genannten Legenden zugrunde liegen, dienen in diesem Zusammenhang auch dem Ausleben von sexuellen Praktiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch immer, das Wechselverhältnis zwischen Religion und Homosexualität gestaltet sich in Indien in einer äußerst spannenden und widersprüchlichen Weise. Eine Unterdrückung von sexuellen Minderheiten lässt sich durch religiöse Argumente nicht begründen. Einfache Antworten, so wie der indische Staat sie bei der Verhaftung von vier AIDS-Aktivisten im Sommer 2001 gegeben hatte, konnten die Religionen in Indien somit nicht gelten lassen. Vielmehr wurde deutlich, dass die eigentlichen Fragen, die die hindunationalistische Regierung aufwarf, nicht bestimmte sexuelle Praktiken betrafen, sondern sich vor allem gegen die Ideen von Gleichheit und Individualität richteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellen: aus einer überarbeitete Version des Erstabdrucks von amnesty international, MeRSI: Weltreligionen und gleichgeschlechtliche Liebe, Berlin: 2002 und anderen Texten aus dem Internet. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Feb 2007 17:20:17 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/34-guid.html</guid>
    
</item>
<item>
    <title>Islam über Homosexualität</title>
    <link>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/33-Islam-ueber-Homosexualitaet.html</link>
            <category>Die Glaubensrichtungen</category>
    
    <comments>http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/33-Islam-ueber-Homosexualitaet.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.villa-regenbogen2000.de/wfwcomment.php?cid=33</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.villa-regenbogen2000.de/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=33</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (UserOneVilla)</author>
    <content:encoded>
    von Andreas Ismail Mohr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man einen traditionellen Islamgelehrten fragt, was der Koran und somit auch der Islam zur Homosexualität sagt, dann wird er mit Sicherheit antworten, der Islam lehne gleichgeschlechtlichen Sex als Sünde und Vergehen aufs Schärfste ab, da der Koran in der Geschichte vom Volk Lots eindeutig gegen Homosexualität Stellung nehme. Diese Ansicht kann man so oder ähnlich überall im traditionellen und modernen islamischen Schrifttum finden. Doch was sagt der Koran, der im Glauben der Muslime die Offenbarung Gottes an den Propheten Muhammad ist, wirklich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Lot (arabisch: Lut) und seinem Volk, die der biblischen Sodom-Erzählung entspricht, wird im Koran (Entstehung ca. 610-632 n.Chr.) in mehreren leicht unterschiedlichen Varianten erzählt (die wichtigsten Stellen sind Sure 7: Verse 80-84; 11:77-83; 15:58-77; 26:160-175; 27:54-58; 29:28-35; 54:33-39). In einigen der betreffenden Koranpassagen wirft Lot, der Gottesgesandter und Warner ist, den Männern seines Volkes (also den Leuten von Sodom) unter anderem vor, die eigenen Ehegattinnen zu vernachlässigen und sich Männern begehrlich zu nähern – ein Vergehen, das keiner in der Welt zuvor begangen habe. Die Ausleger sagen, bei dieser Sünde handle es sich um Sex zwischen Männern und die Leute von Sodom seien die ersten gewesen, die sich diese Perversion einfallen ließen. Die Korankommentatoren erblicken in der Lot-Geschichte des Korans den Beleg dafür, dass Homosexualität, genauer: Geschlechtsverkehr zwischen Männern, sündhaft sei und den Zorn Gottes auf sich ziehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Deutung ergeben sich aus heutiger Sicht jedoch mehrere Probleme. Zum einen spricht der Korantext nicht explizit von Sex und schon gar nicht von Homosexualität, Knabenliebe oder gar Analverkehr (diese Begriffe kommen im Koran nicht vor), Sex wird höchstens angedeutet: Die arabische Wendung »zu jemandem im Gelüst kommen« kann, muss aber nicht unbedingt sexuelle Bedeutung haben. Es ist zu beachten, dass die Anspielung auf homosexuelles Begehren und Tun Lot als rhetorische Frage und Vorwurf gegenüber den Männern des Volkes, das zu warnen er bestimmt ist, in den Mund gelegt wird. Zweitens handelt es sich um Männer, die verheiratet sind – die Ehefrauen werden ja ausdrücklich erwähnt. Und drittens tun sie anscheinend etwas ganz neues, »was keiner in der Welt je zuvor getan hat« (Sure 7:80; 29:2Cool. Dies passt ganz und gar nicht zu dem, was wir heute über Homosexualität wissen und was wir unter Lesbisch- oder Schwulsein verstehen. Der gewöhnliche moderne Schwule ist nicht mit einer Frau verheiratet und außerdem weiß er, dass es Homosexualität immer und überall in der Menschheit gegeben hat, und zwar in sehr unterschiedlichen Formen (und wer es nicht weiß, sollte einmal in der Encyclopedia of Homosexuality schmökern. Man muss also die Frage stellen, was das Vergehen der Leute von Sodom eigentlich war?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem muss man folgendes wissen: Im Koran werden legendarische und mythische Geschichten (teils mit biblischem Hintergrund wie in diesem Falle) erzählt, in einer Mischung aus Reimdichtung und Prosa vorgetragen (Qur’an = »Vortrag, Rezitation«), um bestimmte geistige Wahrheiten zu vermitteln – und immer geht es in erster Linie um Glauben und Unglauben. Die koranischen Erzählungen werden zudem ausdrücklich als »Geschichten« bezeichnet (siehe etwa 12:3) und als solche muss man sie verstehen, nicht als »historische« Berichte, und – im Falle der Lotgeschichte – keinesfalls als geschichtliche oder moraltheologische Abhandlung über Homosexuelle. Die Texte, die den Anspruch erheben, Offenbarung Gottes zu sein, wollen gelesen und bedacht werden. Moderne Menschen werden sie anders lesen und andere Aspekte darin erblicken als die Alten es getan haben. Der Koran, so einige neuere Kommentatoren, spricht jeden Menschen direkt an, fordert ihn zum selbständigen Nachdenken auf; der heilige Text will nicht nur durch die Brille der Auslegung der mittelalterlichen oder modernen Gelehrten wahrgenommen werden. Dass letztere ein Auslegungsmonopol beanspruchen, steht auf einem ganz anderen Blatt, ist jedenfalls nicht koranisch begründbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der unbedingt beachtet werden sollte, ist der, dass einige der Lot-Geschichten des Korans nahe legen, dass das eigentliche Vergehen der Sodomiter die angestrebte Vergewaltigung der Engel war, die als Gesandte (in Gestalt von jungen Männern, wie die Koransleger berichten) zu Lot kamen (besonders Sure 11:78f; 15:68-71; 54:37). Hierzu vergleiche man den Bericht im ersten Buch Moses (Genesis, Kapitel 19:4-9). Es geht somit um übergriffe und Vergewaltigung, um Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Verletzung des Gastrechts. Die Lot-Geschichte hat jedoch nichts mit Liebe, Beziehung, Freundschaft zu tun. Aus der Erzählung kann daher nicht auf die Verurteilung homosexuell liebender Männer – und offensichtlich erst recht nicht auf Frauen – geschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt noch eine Stelle im Koran (Sure 4:15-16), die lautet: »Wenn eine von euren Frauen eine Schandbarkeit begeht, so nehmt vier von euch zu Zeugen gegen sie, und so sie es bezeugen, so schließt sie ein in die Häuser, bis der Tod ihnen naht oder Gott ihnen einen Ausweg verschafft. Und diejenigen, die es von euch begehen, straft beide. So sie aber bereuen und sich bessern, so lasst ab von ihnen, denn Gott ist vergebend und barmherzig.« Diese Koranstelle wurde von den klassischen Auslegern fast immer auf Unzucht oder Ehebruch bezogen. Lediglich eine Minderheit wollte darin eine Strafvorschrift sehen, die im ersten Teil Sex zwischen Frauen und im zweiten Teil Sex zwischen Männern betrifft. Allerdings wird gerade diese Meinung zunehmend von neueren Korankommentatoren vertreten (u.a. auch von dem Koranübersetzer Rudi Paret). Die Koranstelle wäre somit nach dieser Deutung einer Minderheit der Ausleger eine gegen gleichgeschlechtlichen Sex gerichtete Strafvorschrift. Der Text ist aber, wie so oft im Koran, alles andere als eindeutig oder gar explizit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Koran ist die wichtigste Quelle des Islams. Er gilt, wie schon gesagt, als direkte Offenbarung Gottes an den Propheten Muhammad. Die zweite wichtige Quelle – weitaus umfangreicher als der Koran – ist die Sunna, der „Brauch“ des Propheten, wie er in Form vieler Tausender von Überlieferungsberichten (Hadith) in umfangreichen Werken (meist 9. Jahrhundert n.Chr.) gesammelt wurde. Eine Anzahl solcher nachkoranischen Überlieferungen legt dem Propheten Muhammad Worte in den Mund, denen zufolge er jene verdammt »die das tun, was das Volk Lots getan hat«, ja sogar zur Tötung und Steinigung der »Sodomiter« (lutis) auffordert. Auffälligerweise fehlen diese Aussprüche jedoch in den beiden bedeutendsten Hadith-Werken, Sahih al-Buchari und Sahih Muslim, und große Gelehrte des Islam haben diese Überlieferungen als unsicher oder gar unecht verworfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/33-Islam-ueber-Homosexualitaet.html#extended&quot;&gt;&quot;Islam über Homosexualität&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Feb 2007 17:18:09 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.villa-regenbogen2000.de/archives/33-guid.html</guid>
    
</item>

</channel>
</rss>