Samstag, 10. Februar 2007
Lesbenbewegungen und ihre Position in Indonesien von Monika Arnez
Lesben haben in Indonesien einen wahrscheinlich noch schwereren Stand als in vielen anderen Ländern. Noch stärker als Schwule gehören sie zu den Außenseitern der Gesellschaft. Denn für Lesben ist einfach kein Platz in dem immer noch sehr konservativen familienorientierten indonesischen
Frauenbild. Deshalb neigt man in Indonesien dazu, das Problem so weit wie möglich zu ignorieren, und auch die Lesben selbst treten mit ihrer Andersartigkeit selten in die Öffentlichkeit, da man ihnen keinerlei Verständnis entgegenbringt.
Das Bild der Frau
Das jetzige Bild der Frauen in Indonesien ist nach wie vor von Vorstellungen geprägt, die sich vor allem in der Zeit der orde baru (neuen Ordnung) unter Ex-Präsident Suharto vertieft haben. Frauen wurden beispielsweise in der Organisation Dharma Wanita, einer Organisation für die Frauen von Bürokraten, als Anhängsel der Männer degradiert. Sie waren gemäß der damaligen Ideologie dazu da, ihren Mann bei seiner Karriere zu unterstützen sowie sich zurückhaltend, aufmerksam und stets freundlich zu verhalten. Durch die starke Position der islamischen Religion und ihrem Einfluss in Indonesien wurde die Dominanz der Männer auch nicht eben vermindert. Die Existenz eines solchen Frauenbildes hat sicherlich massiv dazu beigetragen, dass sich lange Zeit überhaupt keine Lesbenbewegung in Indonesien etabliert hat. Denn es ist naturgemäß äußerst schwierig, eine Bewegung für etwas ins Leben zu rufen, das so unpopulär und soweit ab vom Mainstream ist, wie Gleichgeschlechtlichkeit unter Frauen. Die erste Lesbengruppe wurde dann aber doch in den 1980er Jahren gegründet. Sie hieß Perlesin, eine Abkürzung für Persatuan Lesbian Indonesia (Vereinigung indonesischer Lesben).
Jedoch schien in dieser Gruppe der Kampf um Akzeptanz und Gleichberechtigung keine prominente Rolle zu spielen. Denn in den Statuten der Gruppe war zum Beispiel ein Artikel der Dharma Wanita enthalten, die besonders konservativ in ihren Vorstellungen war. Da Perlesin darüber hinaus auch keine erkennbare Strategie verfolgte, gelang es ihr nicht, die größere Gemeinschaft der Lesben anzusprechen, und löste sich kurze Zeit später wieder auf. Einen neuen Impuls für die Lesbenbewegung gab es im Jahre 1986, als eine Homosexuellengruppe das Magazin Gaya Nusantara gründete. Denn lesbische Gruppen begannen sich an ihr zu orientieren – sowohl im Hinblick auf ihre Aktivitäten als auch auf ihr Schreiben. Die Lesben versuchten, deutlicher auf ihre Probleme in der Gesellschaft hinzuweisen, und kooperierten in vielen Dingen mit der homosexuellen Gruppe. Die Gründung des Asian Lesbian Network (ALN) im Jahre 1989 inspirierte indonesische Lesben dann zusätzlich, noch mehr in die Öffentlichkeit zu gehen. Der neu gewonnene Mut führte dazu, dass im Januar 1993 drei Leute das lesbische Netzwerk Chandra Kirana errichteten. Chandra Kirana begann bald nach seiner Gründung auch damit, ein eigenes Bulletin zu veröffentlichen.
Dies war insofern ein Durchbruch, als nunmehr der Weg zu öffentlichem Diskurs ermöglicht wurde und die Lesben einen Ausweg aus ihrer Vereinsamung sahen. Die kooperative Beziehung mit Gaya Nusantara hielt jedoch nicht lange an. Die Homosexuellenbewegung ließ nicht viel Platz für eine Frauengruppe, die ihre spezielle Art zu denken hatte und die in ihren eigenen Vorstellungen auch nicht übergangen werden wollte. Nach dem zweiten Homosexuellenkongress Ende 1995 schrieb eine Lesbe aus Bandung, wo der Kongress abgehalten wurde: »Es gab nicht eine einzige Sitzung oder einen einzigen Workshop über lesbische Angelegenheiten, und im Komitee waren nur Männer. Warum wurde Chandra Kirana derartig ignoriert? Das bedeutet, dass wir alle ignoriert werden. « Von dem Zeitpunkt an, versuchte Chandra Kirana, sich unabhängig von dem Netzwerk für Homosexuelle zu organisieren. Diese Selbstständigkeit war und ist nicht leicht durchzusetzen, zumal die Organisation auch unter internen Problemen leidet. Viele Freiwillige können sich nicht mehr für Chandra Kirana einsetzen, weil ihre Eltern intervenieren, wenn sie von den Aktivitäten ihrer Töchter erfahren. Einige Eltern reagieren auf die Gleichgeschlechtlichkeit ihrer Töchter damit, dass sie die jungen Frauen so weit wie möglich in abgelegene Gebiete abschieben, damit sie an lesbischen Aktivitäten nicht mehr teilnehmen können. Andere setzen ihre Töchter massiv unter Druck – mitunter auch mit Einsatz körperlicher Gewalt -, um die Frauen »zur Normalität zurückzubringen«.
Feminismus in »Lines«
Ungeachtet dieser Schwierigkeiten hat die Gruppe ihre Arbeit jedoch noch nicht aufgegeben. Sie setzt sich nach wie vor zum Ziel, so intensiv wie möglich über das Leben der Lesben zu diskutieren. Ein Ergebnis ist eine Kurzgeschichtensammlung mit dem Titel »Lines«, geschrieben von Ratri M. im Jahre 2000. An dieser Stelle ist zu bemerken, dass Ratri M. ein Pseudonym ist und nicht einmal der Verlag den wahren Namen der Autorin kennt, da das Skript vom Manager der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Ratri M. soll jedoch eine überzeugte Feministin sein, wie sich auch anhand des Covers ihrer Kurzgeschichtensammlung zeigt, die überwiegend in dem Symbol des Feminismus gehalten ist, der Farbe violett, die für Leid steht. Der Grund, warum das Buch Lines heißt, liegt darin, dass in der indonesischen Sprache lines als ein anderes Wort für lesbisch benutzt wird. Die Kurzgeschichten von Ratri M. wurden bereits mehrfach in den Massenmedien publiziert. Laut Angaben von Adriana Venny, die in der Tageszeitung The Jakarta Post über die Autorin geschrieben hat, hat Ratri M. geäußert, sie sei eine Autorin von Kurzgeschichten geworden, da sie ihre Gefühle über die Liebe ausdrücken wolle und außerdem zu zeigen beabsichtige, dass die indonesische Gesellschaft Frauen häufig ungerecht behandelt.
Ihre Erzählungen befassen sich demzufolge vorwiegend mit den Schwierigkeiten, mit denen Lesben in Indonesien konfrontiert sind. Einige ihrer Geschichten, Sebait Kidung (Vers einer Ballade), haben häusliche Gewalt zum Thema. Sie beschreiben, dass vorwiegend Frauen die Opfer derartiger Gewalt sind. Jedoch rücken auch andere Arten marginalisierter Frauen ins Zentrum ihrer Geschichten. Die Beschreibung, wie es den Frauen gelingt, mit ihrer Andersartigkeit umzugehen und sich in der Gesellschaft zurechtzufinden, erklärt vielleicht auch, warum alle ihrer Erzählungen in drei Abschnitteunterteilt sind: Liebe, Zweifel und Entschlossenheit. Damit verdeutlicht Ratri M., dass der Zweifel, den gerade Lesben aufgrund ihres nicht konformen Lebens und ihrer Gefühle hegen, nur durch Entschlossenheit überwunden werden kann. Ein solcher Konflikt tritt beispielsweise in der Erzählung Wawancara Itu (Jenes Interview) auf, in der die Geschichte einer TV-Sprecherin erzählt wird, die sich in einem Dilemma befindet, da sie ihre Karriere nicht aufgeben möchte, ihre Partnerin aber gleichzeitig von ihr verlangt, ihre Beziehung nicht weiter geheimzuhalten.
Identitätskrise und Reaktionen des unmittelbaren Umfelds
Obwohl Lesben in den letzten Jahren nach außen hin stärkere Diskussionen über ihre Lebensweise und über die Stellung des weiblichen Geschlechts angeregt haben und damit zumindest nicht mehr so stark marginalisiert sind wie vorher, sind viele Lesben nach wie vor von starken Selbstzweifeln geplagt und finden ihren Platz in der Gesellschaft nicht. Ein anonymes Mitglied von Chandra Kirana meint: »Als Aktivisten von Chandra Kirana fragen wir uns oft, wo unser Platz ist. Wenn wir uns der Homosexuellenbewegung anschließen, werden wir das zweite Geschlecht und werden zweitrangig behandelt. Wenn wir der indonesischen Frauenbewegung beitreten, sind wir wie Knoblauch unter Zwiebeln – Stiefschwestern der Frauenbewegung. Wohin sollen Lesben von hier aus gehen?« Besonders problematisch ist auch der Umgang mit Lesben innerhalb der eigenen Familie. Hier wird die Andersartigkeit meist noch massiver abgelehnt als im Beruf. Denn während die Kollegen ihre moralischen und religiösen Bedenken häufig für sich behalten, wenn sie mit einer lesbischen Kollegin zu tun haben, ist dies innerhalb der Familie nur selten der Fall.
»Es ist unmöglich, den Schock und die Enttäuschung zu verbergen, wenn du herausfindest, dass deine eigene Schwester lesbisch ist«, sagt Retno über ihre Schwester, die sie Adek nennt.1 »Ich nehme an, dass mehrere meiner Freundinnen Lesben sind, aber wir kommen gut miteinander aus, da wir unseren eigenen Dingen nachgehen. Aber sie ist meine Schwester. Ich meine, sie weiß, dass es gegen unsere religiösen Lehren ist…Ich liebe meine Schwester noch, ich bemitleide sie wirklich. Aber ich kann einfach nicht verstehen, warum sie lesbisch geworden ist«, so Retno. Ida Ruwaida Noor, eine Soziologin, die an der Universität Indonesien in Jakarta arbeitet, ist der Auffassung, dass die indonesische Gesellschaft Gleichgeschlechtlichkeit nur so lange »toleriert«, wie sie nicht öffentlich wird, da sie an sich vehement abgelehnt wird: »Die Leute sehen Gleichgeschlechtlichkeit als falsch an, aber viele tendieren dazu, eine Lesbe als Freund zu ›akzeptieren‹, so lange die Person ihr Privatleben für sich behält. Kommt sie aber in der eigenen Familie vor, haben die Leute sofort eine negative Meinung«, so Noor. Lesben werden demnach stark abgelehnt. Die Gesellschaft empfindet sexuelle Gefühle einer Frau für eine andere Frau mindestens als abweichendes Verhalten oder als sexuelle Störung. Manchmal wird sogar angenommen, dass diese Frauen an einer mentalen oder sozialen Krankheit leiden.
Obwohl es, wie oben erwähnt, einige Organisationen gibt, in denen sich Lesben organisieren, ziehen es die meisten Lesben in Indonesien immer noch vor, ihre sexuellen Neigungen so weit wie möglich vor anderen zu verbergen. Dies geschieht einerseits aus Angst, von der Gesellschaft verstoßen zu werden, aber andererseits auch durch die mangelnde Akzeptanz der eigenen Sexualität. Hinzu kommen Zweifel und Probleme, die beispielsweise aus religiösen Bedenken entstehen. So kommentiert eine 30-jährige Lesbe: »Als ich herausfand, dass ich eine Lesbe bin, habe ich versucht, es zu leugnen, habe mir gesagt, ich dürfe nicht etwas tun, was meine Religion verbietet. Als ich der Selbstleugnung müde wurde, habe ich mich zusammengerissen und habe versucht, einen Weg zu finden, es meiner Mutter zu sagen. Aber ich entschloss mich dann, es ihr doch nicht zu sagen. Denn als ich über eine ›ausgedachte‹ lesbische Freundin redete, zeigte sie ihre Abneigung sehr stark«. Um sich in das gesellschaftliche und religiöse Leben einzufügen, gehen Lesben auch häufig Beziehungen zu Männern ein. Der Schein kann jedoch meist spätestens nach einigen Jahren nicht mehr aufrecht gehalten werden, und die Beziehung zerbricht. Die 36-jährige Permata spricht folgendermaßen über diese Zeit: »Vor zehn Jahren hatte ich drei Jahre lang einen Freund. Alles, was ich für ihn fühlte, war Freundschaft, keine Liebe, kein sexuelles Verlangen. Seitdem habe ich niemals mehr danach gestrebt, meine Gefühle zu verbergen oder mich zu zwingen, mit einem Mann eine Beziehung einzugehen«.
Schlussbemerkung
Es gibt bis heute so gut wie kein nennenswertes Material über Lesben in Indonesien, da sie weiterhin innerhalb der Gesellschaft isoliert sind. Jedoch geht aus den Quellen zumindest folgendes hervor: Die existierenden Lesbengruppen appellieren in der Öffentlichkeit nicht nur daran, sie selbst als Mitglieder der Gesellschaft zu akzeptieren, sondern setzen sich gleichzeitig auch für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Damit machen sie erneut auf das patriarchalische System Indonesiens aufmerksam, in dem Frauen vielfach noch immer eine untergeordnete Rolle spielen.
Mit Genehmigung der Autorin!
Quelle: Monika Arnez. Die Autorin ist promovierte Malaiologin.
Samstag, 10. Februar 2007
Viele, vor allem auch Jüngere oder "Neulinge" fragen sich, ist safer Sex auch bei Lesben notwenig? Darauf kann es nur eine Antwort geben: JA! Auf jedenfall!! Die nächste Frage ist dann meistens: Und wie macht frau das dann?
Hier nun einige Möglichkeiten, wie Lesbe sich beim Sex vor Geschlechtskrankheiten oder HIV schützen kann:
Oral-Sex
Hier werden im allgemeinen Dental Dams empfohlen. Das sind dünne Latextücher die nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt sind, diese werden über die gesamte äußere Vulva gelegt. Zu Dental Dams ist auch zu sagen, dass sie recht teuer (ca. 1,25 Euro pro Stück) und im freien Handel recht schwer erhältlich sind. Deswegen sollte frau auf keinen Fall auf Safer-Sex verzichten sondern zu Alternativen greifen. Das wäre zum einen entweder Frischhaltefolie oder zum anderen aufgeschnittene Kondome. Für diese Alternativen gilt die gleiche Gebrauchsanweisung.
Tribadie
Latexhöschen lassen sich hier sehr gut verwenden.
Fisten: Hier ist die Verletzungsgefahr recht groß, daher werden Gummihandschuhe empfohlen. Gummihandschuhe sollten auch verwendet werden, wenn bekannt ist, dass die Partnerin eine ansteckende Infektion hat.
Dildo
Bitte hier drauf achten, dass der Dildo nicht von zwei (oder mehr) Frauen nacheinander benutzt wird, es sei denn, er wird zwischendurch gereinigt. Sehr effektiv kann auch einfach ein Kondom sein, drüber und nach Gebrauch wechseln. Das gleiche gilt auch für den Gebrauch eines Harnes. Reinigen, bevor er die Frau wechselt!
Es klingt wahrscheinlich auf den ersten Blick recht kompliziert, aber um Krankheiten zu vermeiden, muss der Sex immer safe sein!! Wenn ihr nachweislich gesund seid, ist Safer-Sex nicht unbedingt ein Muss. Sobald es aber nicht sicher ist, muss der Sex unbedingt safe sein! Dieser Verantwortung, für sich selbst und der Partnerin gegenüber, muss sich jede unbedingt bewusst sein! Die Ausnahme ist das Fisten, hier empfiehlt sich (wg. der hohen Verletzungsgefahr!) generell der Gebrauch von Handschuhen!
Quelle: aus dem Internet.
Samstag, 10. Februar 2007
Zärtliche Worte, Streicheln, Küssen, Kuscheln, Phantasien, Petting, Geschlechtsverkehr, etc. jeder hat seine persönlichen Vorstellungen davon, was er oder sie mit dem Wort "Sexualität" verbindet. Angenehme und weniger angenehme Erinnerungen, Gedanken, die mit dem momentanen Leben zusammenhängen, Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft. Dabei spielen immer die bisherigen Erfahrungen und insbesondere Erziehungseinflüsse eine wesentliche Rolle.
Begehren, Leidenschaft, Liebe, ihre Befriedigung oder Unterdrückung, partnerschaftliche Beziehungen, Verknalltsein, Freude und Leid und vieles mehr. Sexualität ist äußerst vielschichtig und greift so stark in die Gesamtpersönlichkeit ein, dass letztlich wohl so viele Vorstellungen darüber zu finden sind, wie es Menschen gibt.
Auch unter Experten gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, was Sexualität ist, und wie sie gestaltet werden kann. Manche sehen in ihr eine natürliche Kraft, die bei jedem einzelnen Menschen mehr oder weniger stark ausgeprägt ist, und der irgendwann nachgegeben werden muss, damit keine körperlichen oder seelischen Störungen auftreten. Andere sehen in der Sexualität ein beeinflussbares Grundbedürfnis, dessen Befriedigung zwar für Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden von Bedeutung ist, das aber von dem eigenen Willen oder den unterschiedlichen gesellschaftlichen Erwartungen reguliert wird.
Manche Menschen meinen, Sex sei dasselbe wie Geschlechtsverkehr. Für andere ist das eine sehr begrenzte und ziemlich phantasielose Sichtweise. Sexualität hat demnach zu tun mit Intimität, Erleben und Ausleben von Phantasien, mit Vertrauen und Sich-Öffnen, aber auch mit egoistischer Triebbefriedigung und mit Gewalt. Sexualität hat immer mehrere Funktionen, die miteinander in Beziehung stehen. Für den einzelnen Menschen gehören dazu Lebensfreude, Gesundheit, die persönliche Weiterentwicklung und Lust; Sexualität kann neues Leben spenden, tiefe menschliche Beziehungen und Bindungen schaffen und begleiten.
Allgemein werden in der Sexualität vier Aspekte unterschieden:
1. Der Identitätsaspekt (z.B. die Geschlechterrollen, homo-, hetero-, bisexuelle Neigungen)
2. Der Beziehungsaspekt (z.B. der Ich-Du-Zusammenhang und der Kommunikationsaspekt)
3. Der Lustaspekt (z.B. gelebte Sexualität, Ängste, Orgasmus)
4. Der Zeugungs- und Fortpflanzungsaspekt (die biologischen Tatsachen)
Quelle: aus dem Internet.
Samstag, 10. Februar 2007
Die Berliner Charité hat das Sexleben von Frauen unter die Lupe genommen. Die Befragung räumt mit gängigen Vorurteilen auf, beispielsweise dem Mythos vom vaginalen Orgasmus.
Frauen: Orgasmus vorgetäuscht - dem Partner zuliebe
23 Seiten Papier bringen Licht ins Sexleben der Frauen in Deutschland. Die Charité Berlin veröffentlichte 2004 die Ergebnisse einer Umfrage mit 575 Frauen zwischen 17 bis 71 Jahren. "Wir haben die Fragebögen in ganz Deutschland an Orten wie Arztpraxen, Friseursalons und Universitäten verteilt", berichtet Studienleiterin Dr. Sabine Grüsser-Sinopoli vom Institut für Medizinische Psychologie. Die Befragten lebten zu 74 Prozent in einer festen Partnerschaft, acht Prozent hatten eine offene Beziehung und 17 Prozent keinen Partner. Bei der Befragung gab es keine Tabus, Grüsser-Sinopoli sagt: "Es handelt sich hier um eine der detailliertesten Umfragen zum weiblichen Sexualerleben, die je in Deutschland gemacht wurde."
Erster Orgasmus durch Masturbation
Demnach erleben die Frauen ihren ersten Orgasmus im Schnitt mit 16 Jahren, die meisten - nämlich 50 Prozent - bei der Masturbation. Beim Geschlechtsverkehr mit einem Mann kamen 26 Prozent der Befragten erstmals zum Höhepunkt, 15 Prozent genossen ihren ersten Orgasmus in den Armen eines Mannes beim Sex ohne Penetration. Die durchschnittliche Dauer bis zum Orgasmus, so schätzen die Befragten, beträgt acht Minuten. 56,9 Prozent der Frauen gaben an, mehrere Orgasmen ("multipler Orgasmus") beim Geschlechtsverkehr zu erleben. Das durchschnittliche Alter beim ersten heterosexuellen Verkehr lag bei 17 Jahren, die Anzahl der Sexualpartner reichte laut Umfrage von Null bis 80. Im Schnitt kam jede Frau damit auf acht Sexualpartner.
Der Mythos vom vaginalen Orgasmus
Während es also den multiplen Orgasmus häufig gibt, räumt die Studie mit einem anderen Mythos auf: dem "erdbebengleichen" vaginalen Orgasmus. Nur wenige Frauen unterscheiden überhaupt zwischen einem klitoralen und vaginalen Orgasmus. Frauen betrachten beide Begriffe eher "technisch": Der klitorale Höhepunkt werde durch direkte Stimulation der Klitoris herbeigeführt, der vaginale dagegen durch Penetration der Vagina. "Die Erlebnisqualität ist in den Augen der meisten Frauen jedoch nur minimal different", fasst die Diplom-Psychologin Anja Lehmann vom Institut für Medizinische Psychologie zusammen. "Der klitorale Orgasmus wird - wenn überhaupt - als punktueller und daher intensiver erlebt, der vaginale eher ganzheitlich-diffus."
Die Intensität des Orgasmus hängt nicht davon ab, ob er durch Selbstbefriedigung, Streicheln oder Geschlechtsverkehr zustande kommt. "Letztlich geht jeder Orgasmus von der Stimulation der Klitoris aus", so Grüsser-Sonopoli. Ohne diese sei ein Orgasmus fast nicht möglich.
Vorgetäuscht - dem Partner zuliebe ...
Und wie steht es mit der Wahrhaftigkeit? 90 Prozent der befragten Frauen gaben an, ihrem Partner schon einmal einen Orgasmus vorgetäuscht zu haben. Zehn Prozent davon spielten ihrem Partner mehr als einmal Theater vor. "Es handelt sich hier offenbar um kein regelmäßiges Verhalten", glaubt Grüsser-Sinopoli. Klar ist: Wenn Frauen einen Höhepunkt vortäuschen, dann tun sie es ihrem Partner zuliebe. So wollen 41 Prozent ihren Partner damit bestätigen, 25 Prozent den Orgasmus des Partners beschleunigen, 15,9 Prozent meinen, "es" ihrem Partner schuldig zu sein und 14,7 Prozent trauen sich nicht, ihrem Partner zu sagen, dass sie keinen Orgasmus hatten.
Partner: Note "gut"
Ihr Sexualerleben betrachten Frauen vorrangig unter partnerschaftlichen Aspekten. So finden sie die These "Wenn ich nicht zum Orgasmus komme, liegt es eher an meinem Partner als an mir" nur zu 36 Prozent zutreffend. Sie delegieren die Verantwortung also nicht an ihre Partner. Auch die Befriedigung beim Sex wollen sie nicht unbedingt mit einem Orgasmus gleichsetzen. Nur 36 Prozent finden diese Annahme richtig. Den meisten Frauen ist der gemeinsame Orgasmus mit dem Partner wichtig.
Die allgemeine Zufriedenheit mit ihrem partnerschaftlichen Sexualleben bewerten die Frauen immerhin mit 72 von 100 erreichbaren Punkten. Ihren Partnern stellen sie ein gutes Zeugnis aus: Auf die Frage nach dem Interesse des Partners an ihren sexuellen Wünschen und seiner Bereitschaft, sich an ihren Bedürfnissen zu orientieren, vergeben die Frauen im Durchschnitt 75 von 100 möglichen Zählern. 70 Prozent der Befragten erklärten, ein-bis zweimal pro Woche mit ihrem Partner zu schlafen. Nach einer Schwangerschaft empfinden die Frauen ihr Sexualerleben stärker beeinträchtigt als das ihres Partners.
Sex-Faktoren: Geruch und Stimmung
Welche Faktoren beeinflussen das weibliche Orgasmuserleben? Der Umfrage zufolge steht der Geruch des Partners ganz oben auf der Hitliste, gefolgt von der Stimmung, Hygiene des Partners, Klitorisstimulation und Sicherheit vor Krankheiten. Weit vorne liegen auch die Faktoren "Offenheit" und "Vertrauen". Attraktivität des Partners, Verliebtsein oder Erfahrung des Partners belegen hingegen nur mittlere Plätze beim Ranking der Sex-Faktoren. Auch die "Länge des Penis" spielt nur eine nachgeordnete Rolle und rangiert gleichauf mit "dirty talk" und Sex in der Öffentlichkeit.
"Der weibliche Orgasmus ist in erster Linie eine Stimmungsangelegenheit, eine Frage des Sich-Einlassens", fasst Lehmann zusammen. Die Zufriedenheit mit dem Sexualerleben habe weniger mit dem Orgasmus oder der Partneranzahl zu tun, sondern mit Vertrauen und Kommunikation. "Weibliche Sexualität ist komplex, eine einfache Handlungsanweisung gibt es nicht", so Lehmann.
Erst hetero, dann homo
Zwar verfügen nur 105 der Befragten über gleichgeschlechtliche Sexualerfahrungen, bei diesen steht jedoch fest: Frau kommt mit Frau häufiger zum Orgasmus. So gaben die Befragten an, mit 50 Prozent ihrer bisherigen männlichen Sexualpartner einen Orgasmus erlebt zu haben - bei den Sexualpartnerinnen lag diese Quote bei 75 Prozent. Frauen machen in der Regel zu einem späteren Lebenszeitpunkt intime Bekanntschaft mit Frauen als mit Männern. Während der erste heterosexuelle Geschlechtsverkehr im Schnitt mit 17 Jahren erlebt wird, folgt die erste gleichgeschlechtliche Erfahrung mit 21 Jahren.
Selbstbefriedigung, na klar
Die Mehrheit der Frauen kennt den eigenen Körper sehr gut. So gaben 77,8 Prozent der Befragten an, sich selbst zu befriedigen - wobei Phantasien wichtig sind und die Rückenlage bevorzugt wird. Frauen kommen bei der Selbstbefriedigung auch nicht immer zum Orgasmus - dies geschieht in 80 Prozent der Fälle. Das Durchschnittsalter für den Beginn der Selbstbefriedigung liegt bei 14,3 Jahren. Als erstaunliches Ergebnis wertet Grüsser-Sinopoli die Tatsache, dass 18 Prozent der Befragten zum Thema Selbstbefriedigung keine Angaben machten. "Trotz der allgegenwärtigen Sexualisierung unserer Gesellschaft ist Masturbation offenbar für einen größeren Teil der Frauen immer noch ein Tabu."
Quelle: netdoktor.de
Samstag, 10. Februar 2007
Wahrsager und Sterndeuter prophezeien dem kinderlosen schwedischen Königspaar die Geburt einen Sohnes, des erhofften Thronfolgers, aber auch den Tod der Mutter und eine tödliche Erkrankung des Vaters. Am 08. Dezember 1626 war es soweit, es wurde aber kein Junge sonder ein Mädchen geboren: Christina.
Christine Vasa schreibt Jahre später in ihren Erinnerungen: "Der König genas, meine Mutter, die Königin, stand glücklich von ihrem Kindbett auf, mir selbst ging es gut, und mehr noch: Ich war ein Mädchen".
Gustav II. Adolf lässt seine Tochter wie einen Prinzen erziehen. Christine wird in Sprachen wie Französisch, Deutsch, Italienisch sowie in Sport (Reiten und Fechten) und Wissenschaften (besonders Mathematik) unterwiesen. "Seltsamerweise unterstützten meine Neigungen seine Absichten", bekennt die junge Frau später, "denn ich empfand einen unbezwinglicher Widerwillen gegen allen, was Frauen sagen und tun." Ihren Vater, den "großen König", wie sie ihn in ihren Erinnerungen bewundernd nennt, sieht die Prinzessin nur selten. Denn bis 1629 führt er Krieg in Polen, ein Jahr später greift er in den großen europäischen Krieg ein und findet an 06. November 1632 in der Schlacht bei Lützen den Tod. An diesem Tag wird die fünfjährige Christine Königin von Schweden. Ihre Mutter, die den Tod des geliebten Ehemannes nicht verwinden kann, verfällt langsam den Wahnsinn und stirbt.
Als Christine volljährig wird, erlischt die Vormundschaftsregierung unter der Leitung des schwedischen Reichskanzlers. Am Vorabend ihres 18. Geburtstages legt die Königin vor dem Reichstag den Eid ab, durch den sie zur allein verantwortlichen Herrscherin wird. Trotz zahlreicher Intrigen gelingt es ihr sehr rasch, sich gegenüber der angewachsenen Macht des Adels durchzusetzen, indem sie Adelsparteien, Reichsstände und Hofcamarilla gegeneinander ausspielt. Mit diplomatischen Geschick baut sie die durch den Westfälischen Frieden errungene Großmachtstellung Schwedens aus. Gleichzeitig steigt Stockholm während ihrer Regierungszeit kurzfristig zu einem europäischen Kulturzentrum von Rang auf.
Musik, Malerei, Architektur, Literatur, Theater und Wissenschaften erfahren eine großzügige Förderung. Der französische Philosoph René Descartes und der niederländische Staatsrechtler Hugo Grotius kommen an den schwedischen Hof und diskutieren mit der Philosophin auf den Thron über politische Utopien und Probleme des Naturrechts. Darüber hinaus korrespondiert die junge Königin mit zahlreichen europäischen Philosophen, Wissenschaftlern und Künstlern.
Doch dann, am 06. Juni 1654, nach noch nicht einmal zehnjähriger Regierungszeit, legt Christine unvermittelt die Krone zugunsten ihres Vetters Carl Gustav nieder, weil sie zum katholischen Glauben übertreten will. Die Motive für diesen Entschluss sind bis heute nicht restlos geklärt. Am überzeugendsten ist noch die Darstellung, dass "[...] das alles wohl weniger eine konsequente Folge einzelner, isolierter Lebensbeschlüsse als vielmehr die eine große Entscheidung, der eine heroische Beweis ihres durch keine Vorherbestimmung bezwingbaren freien Willens [gewesen ist]." (B. Erenz) Unmittelbar nach der Abdankung reist sie über Brüssel, wo sie zum Katholizismus konvertiert, und Paris nach Rom, wo sie von Papst triumphal empfangen wird.
Schon bald bildet Christine den Mittelpunkt der römischen Gesellschaft, um den sich Künstler, Philosophen, Kirchenfürsten und Politiker scharen. Von Rom aus knüpft sie politische Verbindungen mit Ludwig XIV., Wilhelm von Oranien und Philipp IV. an und unternimmt zahlreiche Reisen durch Europa. Überall wird sie wegen ihrer Intelligenz und ihrer Bildung bewundert und beneidet und wegen der Männerkleidung, in der sie sich bewegt, mit Kopfschütteln bedacht. Sie schreibt Essays über Alexander den Großen und Julius Caesar, die sie sehr schätzt, und setzt ihre naturwissenschaftlichen Studien fort. Sie greift in römische Stadtintrigen und Auseinandersetzungen um Papstwahlen ein und wünscht sich nichts sehnlicher, als an der Spitze französischer Truppen dass von Spanien beherrschte Königreich Neapel zu erobern.
An 19. April 1689 stirbt Christine Vasa in Alter von 62 Jahren und wird unter der Peterskirche beigesetzt. Die traditionelle Geschichtsschreibung hat die Abdankung der Königin als Eingeständnis ihres Scheiterns interpretiert: "Als Herrscherin einer Großmacht war Christine so ungeeignet wie nur möglich; sie empfand, das zunehmend selbst." (A. von Brandt) Auch der Vergleich mit den Vater fällt wenig schmeichelhaft aus: "Die begabte und gelehrte Tochter Gustav Adolfs war aber doch als Herrscherpersönlichkeit zu unruhig, um sein Werk fortsetzen zu können." (W. Hubatsch) Wie müssen solche Ureile in nachhinein eine Frau treffen, die keine Frau sein wollte und über sich selbst geschrieben hat: "Es gibt Männer, die ebenso sehr Frau sind wie ihre Mütter, und Frauen, die ebenso männlich sind wie ihre Väter, denn die Seele hat kein Geschlecht."
Quelle: aus dem Internet.
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