Homosexuelle Frauen und Männer sind täglich irgendwelchen Vorurteilen ausgesetzt. Dieser kurze Überblick soll darstellen, wie verrückt es ist als homosexueller Mensch morgens die Augen auf zu machen.
1. Homosexualität ist eine Krankheit oder Sexualneurose
Einst waren sich einige Ärzte einig, dass Homosexualität eine Krankheit oder eine erlangte Sexualneurose ist. Gestützt wurde diese Meinung durch die Befragung Schwuler durch Psychologen. Dabei stellte sich heraus, dass Schwule häufiger unter psychischen Problemen leiden als heterosexuelle Männer. Ein großes Problem gab es bei dieser Befragung jedoch: Es wurden nur Schwule befragt, die sich in einer psychologischen Betreuung befanden. Hätte man die Befragung in gleicher Weise bei Heterosexuellen durchgeführt, so hätte man „herausgefunden“, dass Heterosexuelle häufig psychische Probleme haben. Um ins Reich der Kuriositäten abzutauchen: Früher waren sich viele Ärzte einig, dass Masturbation („Wichsen“) Rückenmarksschwund, krumme Finger etc. verursacht. Diese Aussage ist ebenso falsifiziert wie die Aussage, Homosexualität sei eine Krankheit.
2. Homosexualität ist pervers
Mit dem Begriff „pervers“ sollte man sehr vorsichtig sein. Der medizinische Duden beschreibt das Wort „pervers“ wie folgt: „(psychisch) abnorm, abwegig, krankhaft (veranlagt oder empfindend; Psychol.).“ Das Wörterbuch der Etymologie (Etymologie ist die Wissenschaft, die sich mit der Herkunft von Wörtern beschäftigt) von „Wahrig“ sagt Folgendes über das Wort „pervers“ aus: „widernatürlich, geschlechtlich unnormal; aus lat. perversus‚ verkehrt‚ umgedreht, zu pervertere‚ umkehren, umstürzen, verderben, aus per-‚ ganz, völlig und vertere‚ wenden. Es ist korrekt, dass Homosexualität nicht der Norm entspricht, dennoch hat Homosexualität nichts mit einer Krankheit oder Ähnlichem zu tun (siehe Vorurteil 1); außerdem entspricht es ebenso nicht der Norm, wenn eine Person rote Haare hat oder über 190 cm groß ist. Abweichungen müssen nicht immer negativ sein.
3. Schwule wollen lieber eine Frau sein, Lesben lieber ein Mann
Dies gilt i. d. R. nur für transsexuell veranlagte Personen. Außerdem muss eine transsexuell veranlagte Person nicht unbedingt schwul sein. Immer häufiger treten Männer in die Öffentlichkeit, die sich selbst als „metrosexuell“ (heterosexuell, leicht feminin und körperbewusst) bezeichnen. Der bekannteste Metrosexuelle dürfte der Fußballspieler David Beckham sein, der angeblich gerne Kleidungsstücke seiner Frau trägt.
4. Homosexualität ist Erziehungssache
Dieser Irrglauben ist Grund für viele Vorwürfe, die sich Eltern machen. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass die Erziehung keinen Einfluss auf die Homo- oder Heterosexualität eines Kindes hat. Die Erziehung kann maximal beeinflussen, wie eine homosexuelle Person mit der eigenen Homosexualität umgeht und dazu steht.
5. Der erste Geschlechtsverkehr entscheidet über Homo- oder Heterosexualität
Dies ist definitiv falsch. Sonst wäre ein mehr als zwei- bis fünfmal so großer Teil der Bevölkerung homosexuell - schließlich sammeln nicht wenige Jungendliche ihre ersten Erfahrungen unter Geschlechtsgenossen. Unter heterosexuellen Jungen sind homosexuelle Kontakte dabei häufiger als unter heterosexuellen Mädchen.
6. Schwule sehen schwul aus und sprechen „tuntig“
Es stimmt, dass ein kleiner Teil der Schwulen bestimmte Erkennungsmerkmale verwendet. Sie kleiden sich auffällig, schminken sich und reden in einem komischen Tonfall. Die meisten Schwulen erkennt man allerdings nicht so leicht. Ein rosa Hemd kann man auch nicht mehr als „Schwulenkleidung“ bezeichnen, da sich mittlerweile viele Heterosexuelle „schwul“ kleiden.
7. Schwule spielen mit Puppen
Es ist zwar ebenfalls nicht unbedingt häufig, dass ein Junge mit einer Puppe spielt, jedoch hat dies genauso viel mit seiner sexuellen Orientierung zu tun wie seine Lieblingseissorte.
8. Schwule hassen Frauen, Lesben hassen Männer
Homosexuelle lieben zwar das eigene Geschlecht, dies soll aber nicht heißen, dass sie deshalb das andere Geschlecht hassen.
9. Schwule denken immer und überall an Sex
Die Libido (das sexuelle Verlangen / der Sexualtrieb) von Schwulen unterscheidet sich kaum von dem heterosexueller Personen; außer natürlich, dass Homosexuelle Geschlechtsverkehr mit dem eigenen Geschlecht bevorzugen.
10. AIDS gibt es nur bei Schwulen
Dass dies nicht der Wahrheit entspricht, müssen wir sicherlich nicht erklären. Die Zahl der Heterosexuellen, die mit dem HI-Virus infiziert sind, ist größer als die Zahl der Homosexuellen, die mit dem HI-Virus infiziert sind.
11. Schwule sind Memmen
Es gibt solche und solche - wie bei Heterosexuellen auch. Sicherlich besteht auch hier kein nennenswerter unterschied zwischen Hetero- und Homosexuellen.
12. Homosexuelle bringen unserer Gesellschaft nichts, da sie keine Kinder bekommen
In Sachen Fortpflanzung mögen Schwule wohl den gleichen Nutzen wie ein katholischer Pfarrer haben. Jedoch haben die meisten Schwulen eine Arbeitsstelle und machen sich dort für die Gesellschaft nützlich - wie der Pfarrer auch. Außerdem sind Schwule oft in besser bezahlten Berufen zu finden und somit gute Steuerzahler. Auch die Kirche, welche Homosexualität offiziell ablehnt, hätte ein riesiges Problem, wenn alle Homosexuellen aus dieser austräten.
13. Schwule „poppen" am liebsten von hinten
Es mag sehr viele Schwule geben, die Analsex bevorzugen. Es gibt jedoch ebenso viele heterosexuelle Paare, die diese sexuelle Praktik betreiben. Zudem ist Analsex nicht bei allen Schwulen beliebt. Es gibt nicht gerade wenige Schwule, die diese Praktik ablehnen oder „ekelhaft“ finden. Anmerkung: Für diese Praktik gibt es spezielle Kondome, so genannte „Analkondome“ (diese sind „stabiler“ als gewöhnliche), welche man in der Apotheke kaufen kann.
14. Jungen können durch Verführung schwul werden
Auch weit verbreitet ist der Aberglaube, heterosexuelle Jungen könnten durch Verführung schwul werden. Dies ist natürlich vollkommener Schwachsinn! Einen heterosexuellen Jungen kann man genauso wenig zur Homosexualität verführen wie einen schwulen Jungen zur Heterosexualität.