Sie wurden verfolgt und in Konzentrationslagern gesteckt, ihnen wurde analog zum Judenstern ein rosa Winkel angehaftet. Der rosa Winkel wird in der heutigen Zeit von der Schwulenbewegung aufgegriffen und zum positiven umgewertet. In den Konzentrationslagern wurden sie gequält und im Rahmen der Genozids in den Gaskammern umgebracht.
"Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit - eine letzte Rettung für die wenigen Überlebenden des Holocaust. Tausende anderer KZ-Häftlinge wurden noch in den letzten Monaten der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet. Für Millionen Jüdinnen und Juden, politische Gegnerinnen und Gegner des deutschen Faschismus, Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene und auch für 10-15.000 lesbische Frauen und schwule Männer kam die endgültige Kriegsniederlage des Dritten Reiches zu spät!" Zitat aus einer Rede der frauenpol. Spr. der PDS-Bundestagsgruppe Christina Schenk
Von diesen Schicksalen ist heutzutage wenig bis gar nichts bekannt. Juden und politisch Verfolgte wurden rehabilitiert. Sie haben ebenfalls eine schlimme Zeit durchlebt, doch weigert sich Deutschland auch heute noch den betroffenen Schwulen (es waren meistens Schwule, welche als Normabweichung in die KZs gesteckt wurden, da man den lesbischen Frauen diese Abnorm zugestand, solange sie Kinder gebaren) ein Recht auf Anerkennung als Opfer des NS-Regimes. Der Grund: Verurteilungen der Nazis nach dem 1935 verschärften §175 StGB (Strafverfolgung von Homosexualität) werden als rechtsgültig angesehen. Die politische Aufarbeitung dieser staatlich organisierten Verfolgung von Schwulen und Lesben steht bis heute aus. Vorschläge für materielle und ideelle Entschädigungen gibt es genügend; es fehlt allein am politischen Willen der konservativen(!) Mehrheit des Deutschen Bundestages.
Frau Schenk bezeichnete den o.g. Misstand in Ihrer Rede als "politischen Skandal erster Güte, dass sich Deutschland nicht aktiv von der nationalsozialistischen Hetze gegen Lesben und Schwule abgrenzt.", dem kann ich mich nur anschließen! Ich habe den größten Respekt vor allen Schwulen und Lesben, die ein unbeschreibliches Risiko auf sich genommen haben, um in dieser zutiefst homosexuellenfeindlichen Umgeben zu dem zustehen was sie sind und aus ihrer Lebensweise kein Heel gemacht haben. Die schwul-lesbische Geschichte, gehört meines Erachtens gleichwertig zur deutschen Geschichte und sollte den gleichen Respekt verdienen!
Es sind scheinbar kaum Materialien über die homosexuelle Frau im Nationalsozialismus zu finden. Einen ersten Schritt liefert allerdings die Autorin und Germanistin Claudia Schoppmann. So hat Sie sich sozusagen noch 5 vor 12 aufgemacht und Frauen aus der damaligen Zeit interviewt. Durch Ihre Recherchen wurden die Erfahrungen und Erinnerungen der Zeitzeuginnen bzw. Pionierinnen der Neuzeit in Büchern dokumentiert.
Quelle: Villa-Regenbogen2000.de und Teile von der frauenpol. Spr. der PDS-Bundestagsgruppe Christina Schenk