Samstag, 10. Februar 2007
Viele, vor allem auch Jüngere oder "Neulinge" fragen sich, ist safer Sex auch bei Lesben notwenig? Darauf kann es nur eine Antwort geben: JA! Auf jedenfall!! Die nächste Frage ist dann meistens: Und wie macht frau das dann?
Hier nun einige Möglichkeiten, wie Lesbe sich beim Sex vor Geschlechtskrankheiten oder HIV schützen kann:
Oral-Sex
Hier werden im allgemeinen Dental Dams empfohlen. Das sind dünne Latextücher die nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt sind, diese werden über die gesamte äußere Vulva gelegt. Zu Dental Dams ist auch zu sagen, dass sie recht teuer (ca. 1,25 Euro pro Stück) und im freien Handel recht schwer erhältlich sind. Deswegen sollte frau auf keinen Fall auf Safer-Sex verzichten sondern zu Alternativen greifen. Das wäre zum einen entweder Frischhaltefolie oder zum anderen aufgeschnittene Kondome. Für diese Alternativen gilt die gleiche Gebrauchsanweisung.
Tribadie
Latexhöschen lassen sich hier sehr gut verwenden.
Fisten: Hier ist die Verletzungsgefahr recht groß, daher werden Gummihandschuhe empfohlen. Gummihandschuhe sollten auch verwendet werden, wenn bekannt ist, dass die Partnerin eine ansteckende Infektion hat.
Dildo
Bitte hier drauf achten, dass der Dildo nicht von zwei (oder mehr) Frauen nacheinander benutzt wird, es sei denn, er wird zwischendurch gereinigt. Sehr effektiv kann auch einfach ein Kondom sein, drüber und nach Gebrauch wechseln. Das gleiche gilt auch für den Gebrauch eines Harnes. Reinigen, bevor er die Frau wechselt!
Es klingt wahrscheinlich auf den ersten Blick recht kompliziert, aber um Krankheiten zu vermeiden, muss der Sex immer safe sein!! Wenn ihr nachweislich gesund seid, ist Safer-Sex nicht unbedingt ein Muss. Sobald es aber nicht sicher ist, muss der Sex unbedingt safe sein! Dieser Verantwortung, für sich selbst und der Partnerin gegenüber, muss sich jede unbedingt bewusst sein! Die Ausnahme ist das Fisten, hier empfiehlt sich (wg. der hohen Verletzungsgefahr!) generell der Gebrauch von Handschuhen!
Quelle: aus dem Internet.
Samstag, 10. Februar 2007
Zärtliche Worte, Streicheln, Küssen, Kuscheln, Phantasien, Petting, Geschlechtsverkehr, etc. jeder hat seine persönlichen Vorstellungen davon, was er oder sie mit dem Wort "Sexualität" verbindet. Angenehme und weniger angenehme Erinnerungen, Gedanken, die mit dem momentanen Leben zusammenhängen, Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft. Dabei spielen immer die bisherigen Erfahrungen und insbesondere Erziehungseinflüsse eine wesentliche Rolle.
Begehren, Leidenschaft, Liebe, ihre Befriedigung oder Unterdrückung, partnerschaftliche Beziehungen, Verknalltsein, Freude und Leid und vieles mehr. Sexualität ist äußerst vielschichtig und greift so stark in die Gesamtpersönlichkeit ein, dass letztlich wohl so viele Vorstellungen darüber zu finden sind, wie es Menschen gibt.
Auch unter Experten gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, was Sexualität ist, und wie sie gestaltet werden kann. Manche sehen in ihr eine natürliche Kraft, die bei jedem einzelnen Menschen mehr oder weniger stark ausgeprägt ist, und der irgendwann nachgegeben werden muss, damit keine körperlichen oder seelischen Störungen auftreten. Andere sehen in der Sexualität ein beeinflussbares Grundbedürfnis, dessen Befriedigung zwar für Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden von Bedeutung ist, das aber von dem eigenen Willen oder den unterschiedlichen gesellschaftlichen Erwartungen reguliert wird.
Manche Menschen meinen, Sex sei dasselbe wie Geschlechtsverkehr. Für andere ist das eine sehr begrenzte und ziemlich phantasielose Sichtweise. Sexualität hat demnach zu tun mit Intimität, Erleben und Ausleben von Phantasien, mit Vertrauen und Sich-Öffnen, aber auch mit egoistischer Triebbefriedigung und mit Gewalt. Sexualität hat immer mehrere Funktionen, die miteinander in Beziehung stehen. Für den einzelnen Menschen gehören dazu Lebensfreude, Gesundheit, die persönliche Weiterentwicklung und Lust; Sexualität kann neues Leben spenden, tiefe menschliche Beziehungen und Bindungen schaffen und begleiten.
Allgemein werden in der Sexualität vier Aspekte unterschieden:
1. Der Identitätsaspekt (z.B. die Geschlechterrollen, homo-, hetero-, bisexuelle Neigungen)
2. Der Beziehungsaspekt (z.B. der Ich-Du-Zusammenhang und der Kommunikationsaspekt)
3. Der Lustaspekt (z.B. gelebte Sexualität, Ängste, Orgasmus)
4. Der Zeugungs- und Fortpflanzungsaspekt (die biologischen Tatsachen)
Quelle: aus dem Internet.
Samstag, 10. Februar 2007
Die Berliner Charité hat das Sexleben von Frauen unter die Lupe genommen. Die Befragung räumt mit gängigen Vorurteilen auf, beispielsweise dem Mythos vom vaginalen Orgasmus.
Frauen: Orgasmus vorgetäuscht - dem Partner zuliebe
23 Seiten Papier bringen Licht ins Sexleben der Frauen in Deutschland. Die Charité Berlin veröffentlichte 2004 die Ergebnisse einer Umfrage mit 575 Frauen zwischen 17 bis 71 Jahren. "Wir haben die Fragebögen in ganz Deutschland an Orten wie Arztpraxen, Friseursalons und Universitäten verteilt", berichtet Studienleiterin Dr. Sabine Grüsser-Sinopoli vom Institut für Medizinische Psychologie. Die Befragten lebten zu 74 Prozent in einer festen Partnerschaft, acht Prozent hatten eine offene Beziehung und 17 Prozent keinen Partner. Bei der Befragung gab es keine Tabus, Grüsser-Sinopoli sagt: "Es handelt sich hier um eine der detailliertesten Umfragen zum weiblichen Sexualerleben, die je in Deutschland gemacht wurde."
Erster Orgasmus durch Masturbation
Demnach erleben die Frauen ihren ersten Orgasmus im Schnitt mit 16 Jahren, die meisten - nämlich 50 Prozent - bei der Masturbation. Beim Geschlechtsverkehr mit einem Mann kamen 26 Prozent der Befragten erstmals zum Höhepunkt, 15 Prozent genossen ihren ersten Orgasmus in den Armen eines Mannes beim Sex ohne Penetration. Die durchschnittliche Dauer bis zum Orgasmus, so schätzen die Befragten, beträgt acht Minuten. 56,9 Prozent der Frauen gaben an, mehrere Orgasmen ("multipler Orgasmus") beim Geschlechtsverkehr zu erleben. Das durchschnittliche Alter beim ersten heterosexuellen Verkehr lag bei 17 Jahren, die Anzahl der Sexualpartner reichte laut Umfrage von Null bis 80. Im Schnitt kam jede Frau damit auf acht Sexualpartner.
Der Mythos vom vaginalen Orgasmus
Während es also den multiplen Orgasmus häufig gibt, räumt die Studie mit einem anderen Mythos auf: dem "erdbebengleichen" vaginalen Orgasmus. Nur wenige Frauen unterscheiden überhaupt zwischen einem klitoralen und vaginalen Orgasmus. Frauen betrachten beide Begriffe eher "technisch": Der klitorale Höhepunkt werde durch direkte Stimulation der Klitoris herbeigeführt, der vaginale dagegen durch Penetration der Vagina. "Die Erlebnisqualität ist in den Augen der meisten Frauen jedoch nur minimal different", fasst die Diplom-Psychologin Anja Lehmann vom Institut für Medizinische Psychologie zusammen. "Der klitorale Orgasmus wird - wenn überhaupt - als punktueller und daher intensiver erlebt, der vaginale eher ganzheitlich-diffus."
Die Intensität des Orgasmus hängt nicht davon ab, ob er durch Selbstbefriedigung, Streicheln oder Geschlechtsverkehr zustande kommt. "Letztlich geht jeder Orgasmus von der Stimulation der Klitoris aus", so Grüsser-Sonopoli. Ohne diese sei ein Orgasmus fast nicht möglich.
Vorgetäuscht - dem Partner zuliebe ...
Und wie steht es mit der Wahrhaftigkeit? 90 Prozent der befragten Frauen gaben an, ihrem Partner schon einmal einen Orgasmus vorgetäuscht zu haben. Zehn Prozent davon spielten ihrem Partner mehr als einmal Theater vor. "Es handelt sich hier offenbar um kein regelmäßiges Verhalten", glaubt Grüsser-Sinopoli. Klar ist: Wenn Frauen einen Höhepunkt vortäuschen, dann tun sie es ihrem Partner zuliebe. So wollen 41 Prozent ihren Partner damit bestätigen, 25 Prozent den Orgasmus des Partners beschleunigen, 15,9 Prozent meinen, "es" ihrem Partner schuldig zu sein und 14,7 Prozent trauen sich nicht, ihrem Partner zu sagen, dass sie keinen Orgasmus hatten.
Partner: Note "gut"
Ihr Sexualerleben betrachten Frauen vorrangig unter partnerschaftlichen Aspekten. So finden sie die These "Wenn ich nicht zum Orgasmus komme, liegt es eher an meinem Partner als an mir" nur zu 36 Prozent zutreffend. Sie delegieren die Verantwortung also nicht an ihre Partner. Auch die Befriedigung beim Sex wollen sie nicht unbedingt mit einem Orgasmus gleichsetzen. Nur 36 Prozent finden diese Annahme richtig. Den meisten Frauen ist der gemeinsame Orgasmus mit dem Partner wichtig.
Die allgemeine Zufriedenheit mit ihrem partnerschaftlichen Sexualleben bewerten die Frauen immerhin mit 72 von 100 erreichbaren Punkten. Ihren Partnern stellen sie ein gutes Zeugnis aus: Auf die Frage nach dem Interesse des Partners an ihren sexuellen Wünschen und seiner Bereitschaft, sich an ihren Bedürfnissen zu orientieren, vergeben die Frauen im Durchschnitt 75 von 100 möglichen Zählern. 70 Prozent der Befragten erklärten, ein-bis zweimal pro Woche mit ihrem Partner zu schlafen. Nach einer Schwangerschaft empfinden die Frauen ihr Sexualerleben stärker beeinträchtigt als das ihres Partners.
Sex-Faktoren: Geruch und Stimmung
Welche Faktoren beeinflussen das weibliche Orgasmuserleben? Der Umfrage zufolge steht der Geruch des Partners ganz oben auf der Hitliste, gefolgt von der Stimmung, Hygiene des Partners, Klitorisstimulation und Sicherheit vor Krankheiten. Weit vorne liegen auch die Faktoren "Offenheit" und "Vertrauen". Attraktivität des Partners, Verliebtsein oder Erfahrung des Partners belegen hingegen nur mittlere Plätze beim Ranking der Sex-Faktoren. Auch die "Länge des Penis" spielt nur eine nachgeordnete Rolle und rangiert gleichauf mit "dirty talk" und Sex in der Öffentlichkeit.
"Der weibliche Orgasmus ist in erster Linie eine Stimmungsangelegenheit, eine Frage des Sich-Einlassens", fasst Lehmann zusammen. Die Zufriedenheit mit dem Sexualerleben habe weniger mit dem Orgasmus oder der Partneranzahl zu tun, sondern mit Vertrauen und Kommunikation. "Weibliche Sexualität ist komplex, eine einfache Handlungsanweisung gibt es nicht", so Lehmann.
Erst hetero, dann homo
Zwar verfügen nur 105 der Befragten über gleichgeschlechtliche Sexualerfahrungen, bei diesen steht jedoch fest: Frau kommt mit Frau häufiger zum Orgasmus. So gaben die Befragten an, mit 50 Prozent ihrer bisherigen männlichen Sexualpartner einen Orgasmus erlebt zu haben - bei den Sexualpartnerinnen lag diese Quote bei 75 Prozent. Frauen machen in der Regel zu einem späteren Lebenszeitpunkt intime Bekanntschaft mit Frauen als mit Männern. Während der erste heterosexuelle Geschlechtsverkehr im Schnitt mit 17 Jahren erlebt wird, folgt die erste gleichgeschlechtliche Erfahrung mit 21 Jahren.
Selbstbefriedigung, na klar
Die Mehrheit der Frauen kennt den eigenen Körper sehr gut. So gaben 77,8 Prozent der Befragten an, sich selbst zu befriedigen - wobei Phantasien wichtig sind und die Rückenlage bevorzugt wird. Frauen kommen bei der Selbstbefriedigung auch nicht immer zum Orgasmus - dies geschieht in 80 Prozent der Fälle. Das Durchschnittsalter für den Beginn der Selbstbefriedigung liegt bei 14,3 Jahren. Als erstaunliches Ergebnis wertet Grüsser-Sinopoli die Tatsache, dass 18 Prozent der Befragten zum Thema Selbstbefriedigung keine Angaben machten. "Trotz der allgegenwärtigen Sexualisierung unserer Gesellschaft ist Masturbation offenbar für einen größeren Teil der Frauen immer noch ein Tabu."
Quelle: netdoktor.de
Samstag, 10. Februar 2007
Wahrsager und Sterndeuter prophezeien dem kinderlosen schwedischen Königspaar die Geburt einen Sohnes, des erhofften Thronfolgers, aber auch den Tod der Mutter und eine tödliche Erkrankung des Vaters. Am 08. Dezember 1626 war es soweit, es wurde aber kein Junge sonder ein Mädchen geboren: Christina.
Christine Vasa schreibt Jahre später in ihren Erinnerungen: "Der König genas, meine Mutter, die Königin, stand glücklich von ihrem Kindbett auf, mir selbst ging es gut, und mehr noch: Ich war ein Mädchen".
Gustav II. Adolf lässt seine Tochter wie einen Prinzen erziehen. Christine wird in Sprachen wie Französisch, Deutsch, Italienisch sowie in Sport (Reiten und Fechten) und Wissenschaften (besonders Mathematik) unterwiesen. "Seltsamerweise unterstützten meine Neigungen seine Absichten", bekennt die junge Frau später, "denn ich empfand einen unbezwinglicher Widerwillen gegen allen, was Frauen sagen und tun." Ihren Vater, den "großen König", wie sie ihn in ihren Erinnerungen bewundernd nennt, sieht die Prinzessin nur selten. Denn bis 1629 führt er Krieg in Polen, ein Jahr später greift er in den großen europäischen Krieg ein und findet an 06. November 1632 in der Schlacht bei Lützen den Tod. An diesem Tag wird die fünfjährige Christine Königin von Schweden. Ihre Mutter, die den Tod des geliebten Ehemannes nicht verwinden kann, verfällt langsam den Wahnsinn und stirbt.
Als Christine volljährig wird, erlischt die Vormundschaftsregierung unter der Leitung des schwedischen Reichskanzlers. Am Vorabend ihres 18. Geburtstages legt die Königin vor dem Reichstag den Eid ab, durch den sie zur allein verantwortlichen Herrscherin wird. Trotz zahlreicher Intrigen gelingt es ihr sehr rasch, sich gegenüber der angewachsenen Macht des Adels durchzusetzen, indem sie Adelsparteien, Reichsstände und Hofcamarilla gegeneinander ausspielt. Mit diplomatischen Geschick baut sie die durch den Westfälischen Frieden errungene Großmachtstellung Schwedens aus. Gleichzeitig steigt Stockholm während ihrer Regierungszeit kurzfristig zu einem europäischen Kulturzentrum von Rang auf.
Musik, Malerei, Architektur, Literatur, Theater und Wissenschaften erfahren eine großzügige Förderung. Der französische Philosoph René Descartes und der niederländische Staatsrechtler Hugo Grotius kommen an den schwedischen Hof und diskutieren mit der Philosophin auf den Thron über politische Utopien und Probleme des Naturrechts. Darüber hinaus korrespondiert die junge Königin mit zahlreichen europäischen Philosophen, Wissenschaftlern und Künstlern.
Doch dann, am 06. Juni 1654, nach noch nicht einmal zehnjähriger Regierungszeit, legt Christine unvermittelt die Krone zugunsten ihres Vetters Carl Gustav nieder, weil sie zum katholischen Glauben übertreten will. Die Motive für diesen Entschluss sind bis heute nicht restlos geklärt. Am überzeugendsten ist noch die Darstellung, dass "[...] das alles wohl weniger eine konsequente Folge einzelner, isolierter Lebensbeschlüsse als vielmehr die eine große Entscheidung, der eine heroische Beweis ihres durch keine Vorherbestimmung bezwingbaren freien Willens [gewesen ist]." (B. Erenz) Unmittelbar nach der Abdankung reist sie über Brüssel, wo sie zum Katholizismus konvertiert, und Paris nach Rom, wo sie von Papst triumphal empfangen wird.
Schon bald bildet Christine den Mittelpunkt der römischen Gesellschaft, um den sich Künstler, Philosophen, Kirchenfürsten und Politiker scharen. Von Rom aus knüpft sie politische Verbindungen mit Ludwig XIV., Wilhelm von Oranien und Philipp IV. an und unternimmt zahlreiche Reisen durch Europa. Überall wird sie wegen ihrer Intelligenz und ihrer Bildung bewundert und beneidet und wegen der Männerkleidung, in der sie sich bewegt, mit Kopfschütteln bedacht. Sie schreibt Essays über Alexander den Großen und Julius Caesar, die sie sehr schätzt, und setzt ihre naturwissenschaftlichen Studien fort. Sie greift in römische Stadtintrigen und Auseinandersetzungen um Papstwahlen ein und wünscht sich nichts sehnlicher, als an der Spitze französischer Truppen dass von Spanien beherrschte Königreich Neapel zu erobern.
An 19. April 1689 stirbt Christine Vasa in Alter von 62 Jahren und wird unter der Peterskirche beigesetzt. Die traditionelle Geschichtsschreibung hat die Abdankung der Königin als Eingeständnis ihres Scheiterns interpretiert: "Als Herrscherin einer Großmacht war Christine so ungeeignet wie nur möglich; sie empfand, das zunehmend selbst." (A. von Brandt) Auch der Vergleich mit den Vater fällt wenig schmeichelhaft aus: "Die begabte und gelehrte Tochter Gustav Adolfs war aber doch als Herrscherpersönlichkeit zu unruhig, um sein Werk fortsetzen zu können." (W. Hubatsch) Wie müssen solche Ureile in nachhinein eine Frau treffen, die keine Frau sein wollte und über sich selbst geschrieben hat: "Es gibt Männer, die ebenso sehr Frau sind wie ihre Mütter, und Frauen, die ebenso männlich sind wie ihre Väter, denn die Seele hat kein Geschlecht."
Quelle: aus dem Internet.
Samstag, 10. Februar 2007
Karl-Maria Kertbeny wurde am 28. Februar 1824 in Wien als Karl-Maria Benkert geboren; starb am 23. Januar 1882 in Budapest. Als gebürtiger Österreicher und Sohn eines Schriftstellers und Malers war er Journalist und Menschenrechtler, der das Wort "homosexuell" prägte. Die Familie Benkert zog, als er noch ein Kind war, nach Budapest. Er war somit gleichwohl in Österreich, Ungarn und Deutschland zuhause.
Als er in jungen Jahren als Buchhändler-Lehrling arbeitete, hatte Benkert einen engen Freund, der homosexuell war. Dieser junge Mann tötete sich, weil er erpreßt wurde. Benkert erinnerte sich, dass es wohl diese tragische Episode seines Lebens war, die in ihm das Interesse am Thema der Homosexualtiät weckte. Er nannte es seinen "instinktiven Antrieb, um die Probleme mit jeder Ungerechtigkeit anzunehmen."
Nachdem er 1843 im ungarischen 5. Artillerie-Regiment gedient hatte arbeitete Benkert als Journalist und Reiseschriftsteller und schrieb mindestens fünfundzwanzig Bücher über verschiedene Themen, keines davon von dauerhaftem Wert. 1847 änderte er gesetzlich seinen Namen von Benkert auf Karl-Maria Kertbeny, einen ungarischer Name mit aristokratischem Klang. 1868 zog er, mit 44 noch unverheiratet, nach Berlin. Er behauptete in seinen Schriften, "sexuell normal" zu sein, und es gibt keinen unmittelbaren Beweis, dem zu widersprechen, abgesehen von der Skepsis nachfolgender Schriftsteller.
Dennoch begann er ab dieser Zeit, umfassend über das Problem der Homosexualität zu schreiben, motiviert, wie er sagte, durch ein "anthropologisches Interesse" vereinigt mit einem Sinn der Gerechtigkeit und einer Sorge um die "Rechte des Mannes." 1869 veröffentlichte er anonym eine Druckschrift, benannt "Paragraph 143 des preußischen Strafgesetzbuches vom 14. April 1851 und seine Wiederbestätigung als Paragraph 152 im vorgeschlagenen Strafgesetzbuch für den Norddeutscher Bund. Eine offene und berufliche Korrespondenz mit Seiner Exzellenz Dr Leonhardt, dem Königlichen preußischen Justizminister".
Eine zweite Druckschrift zum selben Thema folgte bald. In seinen Druckschriften behauptete Kertbeny, dass das Preußische Sodomie-Gesetz, Paragraph 143, die "Rechte des Mannes" verletzte. Er brachte das klassisch freiheitliche Argument vor, dass der private freiwillige Geschlechtsverkehr nicht Sache des Strafrechts sein sollte. Seinen jungen Freund nachrufend, behauptete er fest, dass das preußische Gesetz es erlaube, von Homosexuellen Geld zu erpressen, und diese oft in den Selbstmord treibe.
Kertbeny bringt auch die Ansicht vor, dass Homosexualität angeboren und unveränderlich sei, ein Argument, das später das "medizinische Modell" der Homosexualität genannt wurde. Das widersprach der herrschenden Ansicht dieser Zeit, dass Männer "Sodomie" aus bloßer Boshaftigkeit begingen. Homosexuelle Männer, sagte er, seien nicht von Natur aus weichlich, und wies darauf hin, dass viele große Helden der Geschichte homosexuell waren. Er war der erste Schriftsteller, der diese heute vertrauten Argumente vor das Publikum brachte.
Im Laufe dieser Schriften prägte Kertbeny das Wort "homosexuell" als ein Teil seines Systems für die Klassifikation von sexuellen Typen. Er nannte Männer, die von Frauen angezogen werden, heterosexuell, Masturbatoren nannte er "monosexuell", und Anhänger des Analverkehrs nannte er "Pygisten".
Klassische Gelehrte haben Kertbenys Wortschöpfung seitdem bedauert. Das Wort "homosexuell" verband die griechische Vorsilbe "homo", "denselben", mit einem lateinischen Substantiv, "sexus", "das Geschlecht". Die Regeln der Wortschöpfung verbieten üblicherweise, griechische und lateinische Elemente zu kombinieren. Reine griechische Formen wären "homoerotisch" und "Homoerotiker" gewesen. Das Wort verursacht auch Verwirrung zwischen dem griechischen "homo" und dem lateinischen "homo", "Mensch", wie in "Homo Sapiens". Viele Menschen haben angenommen, ein Homosexueller solle eine Person sein, die angezogen von Männern ist, und dass das Wort auf Lesben deshalb nicht angewandt werden könne.
Einmal sich als homosexuell zu erkennen gegeben habende Männer wie Karl-Heinrich Ulrichs, begannen, für homosexuelle Rechte zu kämpfen; Kertbeny verschwand von der Bühne. Wenn er homosexuell war, war er nicht bereit, dies zu sagen. 1880 trug er ein Kapitel über Homosexualität zu Gustav Jager's Buch "Entdeckung der Seele" bei, jedoch entschied der Herausgeber von Jager, dies sei zu umstritten und ließ es weg. Dennoch gebrauchte Jager die Fachsprache von Kertbeny andernorts im Buch. Kertbeny lebte nicht, um diese breite Annahme seiner Ideen zu sehen. Er starb 1882 in Budapest im Alter von 58 Jahren.
Quelle: wikipedia
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