Dieser Film kam letztens auf Premiere. Ich sagte zu meiner Frau, das soll angeblich ein guter Film sein, wollen wir den angucken?. Ganz ohne Vorkenntnisse bzw. Ahnung um was es eigentlich geht, guckten wir diesen Film. Was wir sahen und ein zwei Kommentare, möchte ich hier beschreiben.
Die Kleinstadt Laramie im US-Bundesstaat Wyoming ist Schauplatz eines in die Presse geratenen Örtchens, welches im Jahr 1998 seine Unschuld verloren hat. Hauptdarsteller ist Matthew Wayne Shepard, ältester Sohn von Judy Peck Shepard und Dennis Shepard der am 1. Dezember 1976 in Casper im US-Bundesstaat Wyoming geboren wurde. Nach dem er die High School erfolgreich abgeschlossen hatte, besuchte er weiterführende Schulen in Salisbury, North Carolina und in seinem Heimatort Casper sowie in der Schweiz. Danach zog er nach Denver, wo er in verschiedenen Jobs arbeitete, um sich schließlich an der Universität von Wyoming einzuschreiben, wo er Politikwissenschaft studierte. Er konnte sich in drei Sprachen fließend verständigen. In seiner Freizeit liebte er das Theater und nahm gelegentlich sogar Rollen in verschieden Aufführungen am Casper College an. Zusätzlich war er politisch sehr aktiv, kümmerte sich als Wahlkampfhelfer um die politische Karrieren von Abgeordneten in seinem Heimatort. Matthew war auch ein sehr sportlicher Typ, liebte Fußball, Laufen, Schwimmen, Camping, Jagen, Angeln und Skifahren.
Ich spreche von Matthew Wayne Shepard in der Vergangenheit, weil er tot ist. Dieser Film handelt von einer Wahren Begebenheit in einer realen Kleinstadt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dieser Film dokumentiert die Wahrheit und keine erfundene Geschichte in der heutigen Zeit.
Am 6. Oktober 1998 gegen Mitternacht befand sich der 21jährige Student der Universität von Wyoming in einer Bar in Laramie, wo er von seinen späteren Mördern angesprochen wurde, ob er sie nicht begleiten möchte. Auf einer einsamen Landstraße wurde Matthew Shepard schließlich Opfer eines Gewaltverbrechens. Die Männer stoppten ruckartig und stießen den wehrlosen Matt Shepard aus dem Wagen gegen einen Zaun, schlugen ihn mit Fäusten und einer Pistole nieder, schlugen mehrmals auf ihn ein und banden ihn blutüberströmt an diesem Zaun fest. Sie gingen weg und ließen ihn sich selbst überlassen hängen. Erst am nächsten Tag (nach 18 Stunden voller Qualen) wurde der gepeinigte Körper von zwei Motorradfahrern entdeckt, die zunächst dachten, es handle sich um eine Vogelscheuche. Matthew Shepard war längst in einen Komaschlaf gefallen aus dem er nicht wieder erwachte. Am 12. Oktober verstarb er im Krankenhaus. Seine Eltern und Freunde wachten bis zuletzt am Krankenbett. Die Täter werden schnell gefasst und verurteilt.
Moisés Kaufman und die Mitglieder seines Tectonic Theater Project nahmen sich dieses Falls an und entwickelten daraus ein Theaterprojekt - DAS LARAMIE PROJEKT. Sie fuhren im Verlauf des Jahres nach dem Vorfall mehrmals nach Laramie und führten mit den Bewohnern der Stadt mehr als 200 Interviews. Es entsteht eine nahezu minutiöse Rekonstruktion der Ereignisse. Es wird auch aufgezeigt, welche Meinungen über Homosexualität, Erziehung, Klassen, Gewalt, Privilegien, Rechte, Toleranz und Akzeptanz und nicht zuletzt die Todesstrafe im Amerika des ausgehenden 20. Jahrhunderts aufeinander prallten.
Dieser Film regt zum denken und diskutieren an, er schockiert und packt an der eigenen Nase. Absolut sehenswert!