3. Zur Übertragbarkeit von HiV
HIV gehört zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern. Das Virus ist sehr empfindlich und außerhalb des menschlichen Körpers unter Alltagsbedingungen nicht lebensfähig.
Die Übertragbarkeit von HIV hängt unter anderem ab
>> von der Konzentration des Virus in den einzelnen Körperflüssigkeiten
>> vom Stadium der HIV-Infektion, in dem die infizierte Person ist
>> von den Pforten, durch die das Virus in den Organismus gelangt
>> vom Vorliegen anderer sexuell übertragbarer Krankheiten
HIV konnte in fast allen Körperflüssigkeiten infizierter Menschen nachgewiesen werden. In Schweiß, Nasensekret, Tränenflüssigkeit, Speichel, Urin und Kot ist die Viruskonzentration jedoch sehr gering und reicht für eine Ansteckung nicht aus. Im Speichel wurde außerdem ein Protein entdeckt, das HIV blockieren und damit unschädlich machen soll.
In Körperflüssigkeiten mit hoher Lymphozyten-Konzentration ist HIV in einer Menge enthalten, die für eine Ansteckung ausreicht. Das gilt vor allem für Blut und Sperma. In der Scheidenflüssigkeit und in Muttermilch ist die HIV-Konzentration geringer, eine Ansteckung hierüber ist aber immer noch möglich. Wie hoch das Risiko ist, sich beim Kontakt mit diesen Körperflüssigkeiten zu infizieren, hängt unter anderem davon ab, in welchem Stadium der HIV-Infektion die infizierte Person ist. Am höchsten ist die Viruskonzentration in den ersten Wochen nach der Ansteckung - in der Zeit also, in der die Infizierten nichts von ihrer Infektion wissen - sowie bei ausgeprägter Immunschwäche (Stadium AIDS).
Bekannt ist ebenso, dass das Vorliegen einer sexuell übertragbaren Krankheit (STD) das Risiko erhöht, sich beim Sex mit HIV anzustecken. Die von diesen Krankheiten verursachten Verletzungen oder Geschwüre erleichtern dem Virus das Eindringen in den Organismus. Wie neuere Forschungen ergaben, steigt das HIV-Infektionsrisiko sogar dann, wenn keine Verletzungen oder Geschwüre vorhanden sind. Angenommen wird, dass jede Geschlechtskrankheit die Zahl der weißen Blutkörperchen im Genitalbereich erhöht, wodurch das eingedrungene Virus mehr Angriffsmöglichkeiten hat. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass HIV in den Genitalflüssigkeiten infizierter Menschen in größerer Menge enthalten ist, wenn sie eine Geschlechtskrankheit haben.
menstruationsblut und genitalflüssigkeiten: was ist wie ansteckend?
Menstruationsblut
Da die Lymphozyten-Konzentration im Menstruationsblut infizierter Frauen um ein Vielfaches höher ist als in der Scheidenflüssigkeit, enthält es auch mehr HIV. Es wird davon ausgegangen, dass während der Menstruation das Risiko einer HIV-Übertragung größer ist als in allen anderen Phasen des weiblichen Zyklus.
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Scheidenflüssigkeit
besteht aus Vaginalflüssigkeit und Zervixsekret (Zervix = Gebärmutterhals). Bei infizierten Frauen enthält auch die Scheidenflüssigkeit HIV. Ob die in ihr enthaltene Virusmenge für eine Ansteckung ausreicht, ist noch nicht eindeutig geklärt. Ein Infektionsrisiko scheint es zumindest bei solchen Sexpraktiken zu geben, bei denen es zu besonders intensivem Kontakt mit Zervixsekret kommt. Es ist davon auszugehen, dass eine Scheideninfektion die Viruskonzentration im Vaginalsekret erhöht. In jedem Fall steigt bei einer Scheideninfektion das Risiko, sich mit anderen STDs zu infizieren.
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Weibliches Ejakulat
Die "Skeneschen Drüsen" in der Vagina sondern beim Orgasmus ein Sekret ab, das als "weibliches Ejakulat" oder "Freudenfluss" bezeichnet wird. Zur HIV-Konzentration in diesem Sekret gibt es noch keine Untersuchungen. Die wenigen Fachleute, die den Freudenfluss im Hinblick auf HIV berücksichtigen, gehen davon aus, dass eine Ansteckung hierüber unwahrscheinlich ist.
Fortsetzung: 4. Eintrittspforten für HiV